GQ-Kolumnisten
Gisbert L. Brunner

"Zeit für Gisbert" - Niemand hat den Uhrenboom so hautnah miterlebt wie Gisbert L. Brunner, niemand kennt sich besser aus mit stilvollen Zeitmessern. Er schreibt über die Technik, die Branche und die Macher hinter den Uhren.

Wie ich soeben erfahren habe, heißt der neue Eigentümer von Ulysse Nardin Kering. Und zwar zu 100%. Chai Schnyder, die in Malasia lebende Frau des verstorbenen UN-Retters Rolf Schnyder im Jahr 1983, dazu die Minderheitsaktionäre Dieter Meier (Popgruppe Yello) und sein Bruder Balthasar Meier (Fogal Strümpfe). Zur Kering-Luxusgruppe, früher PPR, gehören neben Gucci u.a. auch Girard-Perregaux und JeanRichard. Das Management von UN bleibt dem Vernehmen nach komplett erhalten.

An die erste Begegnung mit Walter Lange am 24. Oktober 1994 erinnere ich mich, als ob es gestern gewesen wäre. Der damals 70-Jährige konnte seine Freude über die Renaissance der von seiner Familie ins Leben gerufenen und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den kommunistischen Machthabern brachial zerstörten

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und in einen langen Dornröschenschlaf geschickten Uhrenmanufaktur nicht verbergen.

Zutiefst gerührt zeigte sich Walter Lange voller Optimismus, auch wenn ihn, wie er mir ganz am Rande andeutete, mitunter gewisse Zweifel plagten. „Ich zweifle keine Sekunde an dem während vier Jahren von den Produktgestaltern, Technikern und Uhrmachern Geleisteten, welches voll und ganz in der Tradition unseres altehrwürdigen Familienunternehmens steht. Die neue Kollektion ist umwerfend. Uns alle plagen nur gewissen Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Akzeptanz.“ 

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Walter Lange beim Marken-Relaunch 1994 in Glashütte

Die Ängste waren, wie sich sehr schnell zeigte, völlig unbegründet. Und schon bei unserem nächsten Treffen zeigte sich Walter Lange von einer ganz anderen Seite: gut gelaunt und unverdrossen in die Zukunft blickend. image

A. Lange & Söhne hatte sich nämlich nach der Neugründung und dem Lancement der ersten eigenen Armbanduhren-Kollektion sehr schnell zu einer chronometrischen Institution gemausert. Ein Ehrenpreis jagte sozusagen den anderen. Seitdem laufen wir uns mit schöner Regelmäßigkeit über den Weg. Meistens mehrere Male im Jahr.

Walter Lange im Jahr 2004

Auf jeden Fall aber an jenem Tag, wenn die Jury den Sieger des seit fünf Jahren verliehenen „Watchmaking Excellence Award“ kürt. Walter Lange lässt es sich nämlich nicht nehmen, seine langjährige Erfahrung und seine persönliche uhrmacherische Kompetenz mit dem ihm eigenen Engagement einzubringen. Auch die Auszubildenden bekommen nach Abschluss ihrer Lehrzeit von Walter Lange einen persönlichen Handschlag. 

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Walter Lange und die erfolgreichen Absolventen der Uhrmacher-Ausbildung bei A. Lange & Söhne 2014

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 Wenn ich die große, stets überaus bescheiden auftretende  Persönlichkeit der deutschen Uhrmacherkunst spätestens am 10. Oktober aus besagtem Anlass in Dresden treffen werde, heißt es erst einmal mit einem Händedruck zum 90. Geburtstag gratulieren. Den nämlich begeht Walter Lange am 29. Juli 2014.

Als er 1948 nach der Enteignung seiner Familie Glashütte verlassen musste, sah es gar nicht danach aus, dass er eines Tages als Uhr-Unternehmer in seinen Geburtsort zurückkehren werde. Mit Gründung der Lange Uhren GmbH am  7. Dezember 1990 wurde ein viele Jahre lang im tiefsten Inneren sehnlichst gehegter Traum endlich Realität. Übrigens hatte sein Urgroßvater Ferdinand A. Lange auf den Tag genau 145 Jahre die sächsische Feinuhrmacherei im abgeschiedenen Müglitztal begründet.

Natürlich ist Walter Lange schon lange nicht mehr aktiv im seitdem rasant gewachsenen Unternehmen tätig. Aber als Botschafter von A. Lange & Söhne ist er rund um den Globus ein gerne gesehener Gast. Jeder schätzt den Jubilar, der sich nie in den Vordergrund drängt, aber, wenn darum ausdrücklich gebeten, stets eine launige Begebenheit aus seiner langen Lebensbiographie zu berichten weiß. Für sein großartiges Lebenswerk hat die Stadt Glashütte ihrem bedeutenden Sohn schon 1995 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Drei Jahre später erhielt Walter Lange den Verdienstorden des Freistaats Sachsen. Und 2013 würdigte die eidgenössische Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) „den Mann, ohne den die großartige Wiedergeburt von A. Lange & Söhne nicht möglich gewesen wäre“ mit der Auszeichnung „Hommage à la Passion“. Mit dem ihm eigenen feinen Schmunzeln in den Mundwinkeln nahm er diese besondere Auszeichnung in Lausanne entgegen. Und eine trocken, mit Augenzwinkern vorgetragene Bemerkung, die von keinem anderen stammen konnte, brachte die innere Freude Walter Langes zum Ausdruck: „Ausgerechnet in der Schweiz!“

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Bleibt mir nur, Ihnen, lieber Walter Lange, auf diesem öffentlichen Weg zum 90. Geburtstag meine allerherzlichsten Glückwünsche zuzurufen. Für das kommende Jahrzehnt hin zum hundertsten, den Sie hoffentlich auch noch wohlgemut und gesund mit Ihren Fans begehen werden, wünsche ich Ihnen nur das Allerbeste. Möge Ihr Optimismus nie vergehen. Und wie gut, dass es Menschen wie Sie gibt.

Bei Eterna hoffen viele auf die neuen, während der Baselworld 2014 vorgestellten Uhren:

Geliefert werden sollen sie im Herbst. Die deutsche Niederlassung in Neu-Isenburg ist dann bereits aus dem Rennen, wie sich einem Brief vom 18. Juli 2014 an die Konzessionäre in Deutschland und Österreich entnehmen lässt:

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Der Tenor in aller Kürze: Schließung und Kündigung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Oktober 2014. Bis Ende August wird noch gearbeitet und abgewickelt, dann löscht der oder die Letzte das Licht. Die verbleibende Zeit ist das Personal dem Vernehmen nach unter Fortgewährung der Bezüge freigestellt.

In Zukunft soll den Vertrieb und die Serviceleistungen samt Kommunikation ein angeblich schon gefundener Agent übernehmen. Man wird sehen.

Über die Re-Edition des legendären „Geophysic“ Chronometers aus dem Hause Jaeger-LeCoultre hatte ich an dieser Stelle schon ausführlich berichtet.image

Die drei Modelle: Rotgold, Stahl und unten Platin

Von der Edition „Geophysic 1958“ mit Stahlgehäuse es nur 800 Exemplare geben. Für Rotgold-Schalen liegt die Limitierung bei 300 und für solche in Platin bei 58 Stück. Wer sich für das letztgenannte Modell interessiert, muss sich beispielsweise an die Jaeger-LeCoultre-Boutique in Frankfurt wenden.

Auf Nachfrage habe ich von Jaeger-LeCoultre noch einige Dokumente aus dem Jahr 1958 bekommen, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

Unten eines der beiden Originale von 1958:

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Route des amerikanischen Atom-Unterseeboots “Nautilus”, welches am 3. August 1958 den Nordpol auf direkter Route vom Atlantik zum Pazifik erreicht hatte. 

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Zeichnung der amagnetischen “Geophysic”-Schale mit  Weicheisen-Innengehäuse

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Zeichnungen der beiden Zifferblatt-Varianten der “Geophysic” von 1958

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Prospekt zur “Geophysic” von 1958 (leider nur in französischer Sprache)

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Das heute hoch begehrte und deshalb teuer bezahlte Original-Ensemble der “Geophysic” von Jaeger-LeCoultre

„Man sollte nichts verpacken, von dem man nicht weiß was in ihm steckt.“ Diesen sehr ernst zu nehmenden Ratschlag erteilte kein Geringerer als der 2012 verstorbene Ferdinand Alexander Porsche.

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Ferdinand A. Porsche im Jahr 1993

Wer ein wenig im Nachlass des 1935 geborenen Produktgestalters stöbert, stößt auf weitere Lehrsätze. Zum Beispiel dass „man sich ganz bewusst mit der Funktion eines Objekts befassen muss, um damit wachsen zu können.“ Genau das hatte „Butzi“ Anfang der 1960-er Jahre getan. Exakt schrieb man 1963, als die Zuffenhausener Sportwagenschmiede einen beispiellosen Kultgegenstand präsentierte, dessen Form sich mit einer einzigen, auch Zärtlichkeit und Liebe charakterisierenden Handbewegung darstellen lässt: den neuen Porsche 911.

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Dieser legendäre Sportwagen war und ist ein ruhender Pol im tosenden Meer permanenten automobilen Wandels. Ein echter Klassiker im wahrsten Wortsinn, den behutsame Evolution im Laufe der anschließenden Jahrzehnte kontinuierlich optimierte. Gegen radikale formale Veränderungen einer einzigartigen Ikone sprach allein schon der anhaltende Erfolg.  Dieses Produkt zu revolutionieren wäre gleichbedeutend gewesen mit dem Raub seiner Identität.

Der 1972 gefasste Gesellschafter-Beschluss, dass sich die Familienmitglieder aus dem Unternehmen zurückziehen und die Geschäftsführung Externen überlassen sollten, kam Ferdinand A. Porsche ausgesprochen recht. „Diese Entscheidung deckte sich mit meinem persönlichen Verlangen nach gestalterischer Freiheit” … und führte zur Gründung von „Porsche Design” im österreichischen Zell am See. Ein Auftrag der Porsche AG lenkte zur intensiven Beschäftigung mit der Zeit selbst und dem, was das eigentlich Unmessbare letzten Endes dann doch misst. Die ersten Schritte auf das überaus glatte Uhrenparkett zu begründete „Eff-A“ mir gegenüber bei einem Besuch in Österreich mit der ihm eigenen Prägnanz: „Ich stellte mir die simple Frage, wie man Uhren anders machen kann.” Das tat auch bitter nötig, denn in besagten 1970-er Jahren durchlebte die Uhrenindustrie einen gravierenden Umbruch, der eine  handfeste Krise nach sich zog. Schwingende Quarze revolutionierten die Zeitmessung. Und digitale Displays veränderten zunehmend ihr Gesicht. „Mir ging es darum,“ so der Mentor des Gebrauchsdesigns damals,  „eine Uhr zum Auto zu kreieren. Schwarz wie die Tachometer und Drehzahlmesser des 911-er, weil das beim Ablesen nicht blendet.“ Aus dieser Philosophie entstand der erste Porsche Design Chronograph, ausgestattet mit dem 1973 lancierten Automatikkaliber Valjoux 7750.

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Mein Porsche Design Chronograph von 1974 zeigt schon deutliche Tragespuren

Apropos schwarz: Ferdinand A. Porsche lehnte es kategorisch ab, ein solcherart lackiertes Auto zu fahren, denn „da sieht man doch jeden Schmutzfleck.“ Ganz abgesehen davon ist „Schwarz keine Farbe, sondern ein Zustand.“ Den Erfolg schmälerte das in keiner Weise. Bald schon zierten mehr als 50.000 schwarzer Porsche-Design-Chronographen aus dem Hause Orfina die Handgelenke designbewusster Sportwagenfans. Die Schwächen des mit vier Hertz tickenden Debütanten offenbarten regelmäßiges Tragen: An strapazierten Stellen löste sich die signifikante Beschichtung. Zunächst stimmte das den geistigen Urheber nachdenklich. Dann beflügelte es seine Phantasie.

Für Furore sorgte alsbald schon eine ungewöhnliche Tabakpfeife, deren markanten Kühlrippen einen echten Zusatznutzen brachten, welcher über die von „Eff-A“ postulierte Synthese aus Form und Funktion deutlich hinausging.

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Nun lag „Design Plus” förmlich in der Luft. Die Sonnenbrille mit zusammenklappbarem Gestell und auswechselbaren Gläsern, ein vielfach kopiertes Modell übrigens, setzte diese gedankliche Linie konsequent fort.

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„Styling,” so das frühe Credo des Meisters, „ist nicht mehr als Verpackung und hat mit Design nichts zu tun. Design, die Kunst die sich nützlich macht, bedenkt das Material, die Ökologie, die Herstellung und letztlich auch die ethische Dimension eines Objekts.” Ein weiterer Aspekt der Design‑Philosophie des Verstorbenen darf ebenfalls nicht aus den Augen verloren werden: die unüberwindbare Abneigung gegen Schnörkel und Gags. „Ein formal stimmiges Produkt braucht keine Verzierung, keine Erhöhung. es soll durch die reine Form erhöht werden. Die Form sollte durch das Minimum leben, sich verständlich präsentieren, nicht ablenken vom Produkt und dessen Funktion.”

Kreative-Zeit-Schwingen trugen Eff-A 1978 zur IWC. Die Schaffhauser Manufaktur und Günter Blümlein, ihr damaliger CEO schätzten und teilten die unstillbare Leidenschaft für scheinbar Abwegiges.

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Günter Blümlein

Zum Zwecke der Orientierung in Zeit und Raum vereinte das gemeinsame Erstlingswerk, die bereits 1976 angedachte Kompassuhr gleich zwei Präzisionsmessgeräte.

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Porsche Design Kompassuhr by IWC

Porsches Argument: „Nicht jeder braucht jeden Tag einen Kompass. Aber der eine oder andere braucht ihn ab und zu, und dann ganz nötig.“ Doch damit nicht genug: „Für mich als Ge­stalter war das die entscheidende Annäherung an mein Ideal: Design als Funktion und Technik. Oder an­ders gesagt: Form und Material ha­ben der Funktion zu folgen.“ In diesem Sinne bestand die markante Doppeldecker-Schale zunächst aus ober­flächengehärtetem und mit Blick auf die Kompassnadel natürlich auch amagnetischem Leicht­metall. „Mit unse­ren beiden Fähigkeiten war es gelungen, etwas Neues zu einem alten Thema zu entwickeln.“

Das galt auch für einen opulenten Chronographen mit großflächigen Bedientasten anstelle der überlieferten Drücker. Mit diesem Zeit-Boliden katapultierte F. A. Porsche einen neuen, geradezu revolutionären Werkstoff in die Uhrmacherei.

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Porsche Design Titan Chronograph Referenz 3702, wasserdicht bis sechs bar

„Dinge existieren in der Phantasie, bevor sie tatsächlich realisiert werden können, weil die technischen Möglich­keiten noch nicht soweit sind.“ Gemeinsam mit IWC und dem gleichermaßen charismatischen CEO Günter Blümlein gelang F.A. Porsche das scheinbar Unmögliche in Gestalt kompromisslos funktioneller Gehäuse aus gleichermaßen leichtem, zähem und antiallergischem Titan. F. A. Porsche betrachtete es als idealen Stoff für „sympathisches Understatement“. Für den Firmenchef unterstrich es das jahrzehntelang praktizierte Suche nach neuen, andersartigen Lösungen altbekannter Probleme. So gesehen wundert es nicht, dass die Kompassuhr 1991 ebenfalls eine neue Schale aus jenem Traum-Material erhielt, das sich härtesten Beanspruchungen gewachsen zeigt.

Eine Ausschreibung der Deutschen Bundesma­rine, welche für ihre Minentaucher benötigte ein spezifisches Profi-Gerät benötigte, führte zum Dritten im Boliden-Bunde. Der Unterwasser-Porsche, „Ocean 2000“ genannt, sorgte für reichlich Schlagzeilen. Immerhin reichte seine Tauchtiefe, wie der Name unschwer erkennen lässt, bis zu 2.000 Meter, wo auf der Schale sagenhafte 200 bar Druck lasten.

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Porsche Design Ocean 2000 Referenz 3504

Deutlich zahmer präsentierten sich dagegen „Ultra Sportivo“ und „Sportivo 02“.

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Porsche Design Sportivo 02 Referenz 3320 by IWC

Sie gehorchten F. A. Por­sches Design-Credo, dass es stets auch Uhren geben muss, „die unmerklich zu tra­gen sind.“

Die solcherart geweckte Passion für Uhren ließen F.A. Porsche und seine Familie 1995 zu Uhr-Unternehmern werden. Im Herbst besagten Jahres erwarben sie die Marke Eterna. Logischer Weise beeinflusste dieser Kauf die lange, äußerst erfolgreiche Kooperation mit der IWC. Ende März 1998 endete der Vertrag mit den Schaffhausern. Und damit gehörte „Porsche Design made by IWC” der zwangsläufig Vergangenheit an.

Bis in den Herbst 2013 hieß es dann „Porsche Design manufactured by Eterna”. Die neue Kollektion bescherte auch dem 1973-er Klassiker ein Comeback. Natürlich technisch optimiert, aber weiterhin mit dem bewährten Chronographen-Bestseller  7750. Unverwechselbares Kennzeichen der auf 1998 Exemplare limitierten und sehr schnell ausverkauften Sonderauflage in Edelstahl mit matter Schwarzchrom-Beschichtung ist die Unterschrift des Designers auf Gehäuseboden und Ursprungszeugnis.

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Mein Exemplar hat die Nummer 0004/1998

Auf diese limitierte Edition folgte nach Versionen in Edelstahl und Titan im Jahr 2012 der unlimitierte „P6510 Heritage Black Chronograph“.

Zu den unter der Ägide des Eterna CEO Ernst Seyr entwickelten Porsche Design-Highlights gehörte mit Sicherheit der 2004 vorgestellte und aus mehr als 800 Komponenten zusammengefügte „Indicator“. image

Als Eterna-CEO initiierte Ernst Seyr die Entwicklung des Porsche Design Indicator und der P’6780 Diver

Hier genügt ein Blick, dann weiß Mann, was er gestoppt hat. Bis zu neun Stunden und 59 Minuten erscheinen die Messwerte in großen Ziffern. Die patentierte Manufakturarbeit  beginnt mit einer eigenen, um sechs Millimeter vergrößerten Platine für das Kaliber Valjoux 7750 und setzt sich fort in einem Anzeigemechanismus, welcher es an Komplexität mit einem ewigen Kalender oder einer Repetition aufnehmen kann. Rund 350 zusätzliche Teile braucht es allein dazu, die digitale Indikation vorwärts springen und zurücklaufen zu lassen. Drei Motoren, sprich Federhäuser liefern die Kraft, drei „Tempomaten“ (Fliehkraftregler) steuern die Ablaufgeschwindigkeit. image

Porsche Design PÄ6910 Indicator by Eterna, Preis 130.000 Euro

Und eine Tankuhr gibt es auch. Die von einem aufwändigen Differenzialgetriebe angesteuerte Gangreserveanzeige stellt dar, wie viel Kraft dem Uhr- und Chronographenwerk jeweils noch zur Verfügung stehen. Den Aufzug besorgt ein Titanrotor mit Goldsegment im Design der Felge des Porsche GT. Außergewöhnlich präsentierten sich ferner der bis 100 bar wasserdichte „P‘6780 Diver“ mit Klappschale image

Porsche Design P’6870 Diver by Eterna

und der funktionale „P‘6752 WorldTraveler“. image

An 40 Jahre Gestaltungstradition erinnerte schließlich im Jahr 2012 die P’6520 Compass Watch und der P’6530 Titan Chronograph. Beide limitiert auf jeweils 911 Exemplare.

Wie in meinem Blog bereits ausführlich zu lesen war, haben Porsche Design und Eterna den Vertrag 2013 vorzeitig gelöst. Aber das Leben geht natürlich weiter. Und zwar in Form der soeben von der Porsche Design Group (Porsche Lizenz- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG) neu gegründeten Porsche Design Timepieces AG in der Schweiz. Selbige wird irgendwo in der Region des Jurasüdfuß beheimatet sein. Für all jene, die sich in der eidgenössischen Geografie nicht so gut auskennen: Gemeint ist der südliche Rand des Juragebirges. Hier liegen Städte wie Aarau, Baden, Biel, Genf, Neuenburg oder auch das gute alte Grenchen. In jener Gegend, wo bekanntlich auch die Eterna beheimatet ist, wird man die Porsche Design Timepieces AG eines Tages besuchen können, denn der Geschäftsführer des Schweizer Ablegers ist ein alter Bekannter: Patrick Kury (41), ehemaliger Eterna-Boss und geistiger Vater der vielseitigen Kaliberfamilie 39xx. image

In den Händen von Patrick Kury lag die technische Entwicklung des Porsche Design Indicator

Auf die Kaliberfamilie 39xx können Porsche Design und Patrick Kury aus rechtlichen Gründen zwar nicht zurückgreifen, aber ich bin mir sicher, dass der einfallsreiche Techniker und sein Team, zu dem versierte Mitstreiter aus zurückliegenden Zeiten gehören, sehr schnell etwas Adäquates auf die Beine stellen werden. Mit der Reduktion auf reine Etablissage, also das Zusammenbauen von Uhren aus zugekauften Komponenten will sich Porsche Design künftig nämlich nicht begnügen. image

Jürgen Geßler, CEO der Porsche Design Group

Jürgen Geßler, CEO der Porsche Design Group lässt in diesem Zusammenhang wissen, dass „wir mit diesem Schritt wir die erfolgreiche Historie der Porsche Design-Uhren, welche 1972 mit der Ikone Chronograph 1 begann, fortsetzen werden.“ Fortan wird Porsche Design also zweigleisig fahren: Die Porsche Design Timepieces AG zeichnet für die Entwicklung und Produktion der Zeitmesser verantwortlich während sich die Porsche Design Group mit Sitz in Ludwigsburg um Vermarktung und Vertrieb kümmern. Und einen Termin für den Verkaufsstart der ersten eigenen Uhrenserie kann ich an dieser Stelle auch schon nennen: das vierte Quartal 2014. Fotos der neuen Uhren stehen noch nicht zur Verfügung. Aber immerhin kann ich hier schon mal eine Zeichnung präsentieren.image

Dieser Chrono von Porsche Design ist im vierten Quartal 2014 zu erwarten

Lassen wir zum Schluss nochmals Ferdinand A. Porsche zu Wort kommen. image

Der fragte sich in den frühen 1980-er Jahren: „Was macht die Faszination einer Uhr aus? Ist es ihre Funktion als Messinstrument, oder ist es ihr Äuße­res, also ihr Design?“ Die Antwort gab Eff-A am Ende logischer Weise selbst: „Ich meine, dass sich beides im Streben sowohl der ein­schlägigen Hand-Werker wie der Künstler wiederfindet.“

Warten wir’s also ab.

Wer Maria Kristina und Richard Habring in ihrem Uhrmacher-Atelier im Kärntner Völkermarkt besuchen möchte, reist am besten auf dem Weg über Klagenfurt oder Graz an.

Genau das werde ich am 15. September 2014 machen, denn dann feiert das Uhrenlabel Habring² seinen zehnten Geburtstag.

2004 startete das sympathische Uhrmacher-Ehepaar mit einer schlichten und vor allem preiswerten Dreizeiger-Armbanduhr in die Selbständigkeit.

Habring² “Time Only” von 2004

Inzwischen konnte gleich zwei Mal beim Genfer Uhren-Grandprix einen Sieg davontragen konnte (2012 Kategorie „Sport“ und 2013 Kategorie „Kleiner Zeiger“ mit der „Springende Sekunde Pilot”)

Maria Kristina und Richard Habring bei der Verleihung des “Petit Aiguille” (“Kleiner Zeiger” für IUhren bis maximal 6.000 Euro) im November 2013

Dem Motto „viel Uhr für’s Geld“ ist das Duo während der ganzen Zeit treu geblieben. Das Preisspektrum reicht von 2.850 Euro für die „Time Only Pilot“ bis knapp 8.000 Euro. Dafür gibt es dann den Schleppzeiger-Chronographen „Doppel 3“.

Habring² Schleppzeiger-Chronograph “Doppel 3”

Inzwischen leidet das Ehepaar wie viele andere auch unter der Lieferpolitik der Swatch Group. Beispielsweise kann es künftig nicht mehr auf das lange verwendete A07-Basiswerk aus der Eta A07-Familie bauen. Nicht zuletzt deshalb schoben die gleichermaßen ambitionierten wie engagierten Handwerken schon 2011 in weiser Voraussicht das hauseigene Manufakturkaliber A11 in die Pipeline. A steht in diesem Zusammenhang für Austria und 11 für das Jahr der „Grundsteinlegung“. Näheres zur Genese und zur Produktion einschließlich des Assortiment werde ich an dieser Stelle also Mitte September berichten.

Einen ersten Eindruck vom tickenden Newcomer kann ich jedoch schon heute vermitteln. Voilà hier ist es, das hauseigene Handaufzugskaliber A11, ein schlichtes Drei-Zeiger-Kaliber mit Handaufzug:

Handaufzugs-Manufakturkaliber A11 von Habring², lanciert 2014

Habring² kann es durch einem Chronographen mit zentralem Minutenzähler ergänzen. Bedingt durch die im LIGA-Verfahren (Mimotec) produzierte Hemmung besitzt diese amagnetische Eigenschaften. Die  Rohlinge der Unruhspiralen stammen vom deutschen Spezialisten Haas. Näheres folgt.

Soeben landete der Geschäftsbericht des eidgenössischen Uhrenmulti Swatch Group zum ersten Halbjahr 2014 in meinem eMail-Briefkasten. Die von CEO Nick Hayek

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Nick Hayek

und seinem Team vorgelegten Zahlen können sich einmal mehr sehen lassen:

  • Bruttoumsatz des Konzerns wächst um 8,5% auf 4.535 Millionen Schweizerfranken zu konstanten Wechselkursen, oder um 4,0% auf 4.347 Millionen Schweizerfranken zu aktuellen Wechselkursen.
  • Wachstum des Bruttoumsatzes im Segment Uhren- und Schmuck von über 10% zu konstanten Wechselkursen, inklusive Produktion von 8,8%, dies trotz des Brandfalles ETA, der den Umsatz um rund 200 Millionen Schweizerfranken geschmälert hat.
  • In den ersten sechs Monaten des Jahres wiederum Schaffung von über 800 neuen Arbeitsstellen, davon über 460 in der Schweiz.
  • Betriebsgewinn wie erwartet wegen der negativen Währungssituation, den hohen Marketingaufwendungen für die Olympischen Spiele von Sotchi und des Brandfalles ETA mit 830 Millionen Schweizerfranken ist um 8,8% tiefer als im Vorjahr, die operative Marge erreicht dennoch 20,2%.
  • Konzerngewinn beträgt 680 Millionen Schweizerfranken, 11,5% unter dem ersten Halbjahr 2013, mit einer Netto-Umsatzrendite von 16,6%.
  • Positiver Ausblick für das zweite Halbjahr, mit einer verbesserten Vergleichsbasis bei den Wechselkursen und der schon im Juli wieder verbesserten Situation bei ETA nach der Überwindung des Brandfalles.

 Überblick Gesamtkonzern

Die Swatch Group erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2014 einen Bruttoumsatz zu konstanten Wechselkursen von 4.535 Millionen Schweizerfranken und wuchs somit um weitere 8,5%. Der bereits überbewertete Schweizer Franken hat sich, verglichen zum ersten Semester des Vorjahres, gegenüber den Währungen aller wichtigen Absatzregionen des Konzerns zusätzlich verstärkt. Durch diese äußerst negative Wechselkurssituation wurde der Konzernumsatz um 188 Millionen Schweizerfranken oder 4,5 Prozentpunkte geschmälert.

Im Uhren- und Schmucksegment (inklusive Produktion) verzeichnete die Swatch Group ein Bruttoumsatz-Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 8,8% zu konstanten respektive 4,3% zu aktuellen Wechselkursen. Dieses Wachstum wurde durch die starken Marken und das erweiterte Vertriebsnetz der Gruppe getrieben. In Lokalwährung sind alle Märkte, außer vereinzelte europäische Länder, weiterhin auf Wachstumskurs gegenüber den sehr hohen Vorjahreszahlen. Dies trifft auch für China zu. Bei allen Marken wurde zudem weiter intensiv in das Marketing investiert, insbesondere bei Omega anlässlich der Olympischen Winterspiele in Sotchi.

Bei Harry Winston wurden weitere wichtige Investitionen in eine breitere Produktpalette, in eine höhere Verfügbarkeit der „Haute Joaillerie“ und in die anlässlich Baselworld 2014 neu präsentierte Uhrenkollektion,

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Vorgestellt im Rahmen der Baselworld 2014: Harry Winston Midnight Moon Phase

welche ab dem zweiten Halbjahr 2014 in den Verkaufssalons verfügbar sein wird, vorgenommen. Ebenfalls wurde in die Erneuerung der Verkaufssalons investiert.

Eine materielle Belastung auf die Produktion der Gruppe verursachte der Brandfall bei ETA vom 29. Dezember 2013. Obwohl der Brand schnell unter Kontrolle gebracht wurde, entstand ein erheblicher Sachschaden und ein Betriebsausfall in der Galvanikabteilung und der nachgelagerten Uhrwerkproduktion. ETA beendigte die Aufräumarbeiten bereits im Januar 2014, doch konnte aufgrund der langen Liefertermine für Ersatzinstallationen, die ausgebrannte Galvanikabteilung im Laufe des ersten Halbjahres 2014 nicht wie vorgesehen wieder aufgebaut werden. Der Brandfall beeinträchtigte, durch entstandene Lieferausfälle und -verzögerungen, den Bruttoumsatz um rund 200 Millionen Schweizerfranken. Inzwischen wurde jedoch die Produktion bei der ETA umorganisiert, so dass es im zweiten Halbjahr 2014 voraussichtlich nur zu wenigen weiteren Verzögerungen in der Uhrwerkproduktion kommen sollte.

 Das Segment der Elektronischen Systeme bleibt weiterhin der Überbewertung des Schweizerfranken ausgesetzt, insbesondere gegenüber dem USD und dem JPY, welche gegenüber der Vorjahresperiode einer weiteren Erosion von -5% bzw. -11% unterlagen. Dieses Segment erwirtschaftete einen Bruttoumsatz von 146 Millionen Schweizerfranken, was einem Rückgang von 2,0% zu aktuellen Wechselkursen entspricht, wobei in den Monaten Mai und Juni sich der Umsatz wieder sehr positiv entwickelte.

 Trotz der ungünstigen Wechselkurssituation und der Belastung der Uhrwerkproduktion aufgrund des Brandfalles bei ETA, bleibt die Gruppe bei ihrer langfristigen defensiven Preisanpassungspolitik, welche die Priorität dem Gewinn von Marktanteilen gegenüber kurzfristigen Rentabilitätsüberlegungen gibt. Unter diesen Umständen hat Swatch Group einen Betriebsgewinn von 830 Millionen Schweizerfranken und einen Konzerngewinn von 680 Millionen Schweizerfranken erwirtschaftet. Ebenfalls wurden seit Ende 2013 weltweit über 800 Arbeitsstellen geschaffen, wovon 460 in der Schweiz. Insgesamt beschäftigt die Swatch Group per Ende Juni 2014 damit über 34 000 Mitarbeitende. Auch wurden 396 Millionen Schweizerfranken in Betriebsaktiven investiert. Der operative Cash Flow für das erste Halbjahr 2014 beläuft sich auf insgesamt 1.013 Millionen Schweizerfranken.

 Die Warenvorräte betragen per Ende Juni 2014 insgesamt 5.729 Millionen Schweizerfranken. Der Lagerzuwachs von rund 300 Millionen Schweizerfranken gegenüber Ende Jahr ist zum größten Teil auf die halbfertigen und fertigen Produkte zurückzuführen. Für den bereits erwähnten Ausbau der Marke Harry Winston  wurden über 140 Millionen Schweizerfranken in die neue, mit Diamanten bestückte „Haute Joaillerie“ Kollektion, investiert. Die Eröffnung neuer eigener Shops, die bevorstehende Lancierung der neuen Omega Master Co-Axial mit antimagnetischem Werk sowie die weltweite Lancierung der Swatch Sistem51 im zweiten Halbjahr, sind weitere Elemente dieses positiven Lageraufbaus.

 Ausblick

Die Aussichten des Konzerns sind in allen Regionen und Segmenten weiterhin sehr gut und ein vielversprechendes zweites Halbjahr 2014 wird erwartet. Insbesondere in den USA und in Japan entwickeln sich die Verkäufe weiterhin sehr gut. Auch setzt sich auf dem chinesischen Festland der spürbar stärkere Verkaufstrend fort. Hingegen ist die Situation in Hong Kong von Unsicherheiten geprägt. Im zweiten Halbjahr 2014 dürften, aufgrund der voraussichtlich tieferen Vergleichsbasis der Wechselkurse zum Schweizerfranken, die negativen Währungseffekte weniger dramatisch ausfallen als im ersten Halbjahr 2014.

 Der Konzern wird seine weltweite Marktpräsenz durch weitere Investitionen in das Marketing, das Retail- und Kundenservicenetz verstärken. Ebenfalls wird fortlaufend in die Weiterbildung des Personals und in die Ausbildung von Berufseinsteigern investiert. Die Marken werden im zweiten Halbjahr 2014 das bestehende und sehr gefragte Sortiment durch die Lancierung neuer Produkte erweitern.

 Bei der Marke Swatch wird durch die erhöhte Verfügbarkeit der sehr erfolgreichen und weltweit nachgefragten Sistem51 im zweiten Halbjahr starkes Wachstum erwartet und die Master Co-Axial von Omega wird starke Impulse an der Verkaufsfront bringen. Die im letzten Jahr erworbene Harry Winston entwickelt sich sehr erfreulich und wird, auch mit der Lancierung der neuen Uhrenkollektion, in den kommenden sechs Monaten wiederum einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Gruppe leisten.

 Im Bereich der Produktion, dies vor allem für die Zeigerfabrikation von Universo und die Herstellung von Zifferblätter von Rubattel & Weyermann, wird die neue und moderne Fabrikationsstätte in La Chaux-de-Fonds ab August ihren Betrieb aufnehmen. Die Lieferverzögerungen von Uhrwerken bei ETA infolge des Brandfalles werden sich weiter entschärfen.

Kering kannte man früher als PPR (Pinault-Printemps-Redoute). Zum Portfolio des französischen Luxusmulti mit einem Jahresumsatz von 9,748 Milliarden Euro in 2013 und mehr als 31.000 Beschäftigten gehören u.a.die Marken Bottega Veneta, Yves Saint Laurent, Alexander McQueen, Balenciaga und Puma. Schmuck und Uhren gibt es unter den Labels Boucheron, Gucci. Girard-Perregaux und JeanRichard. Durch seine Mehrheitsbeteiligung über 50 Prozent kontrolliert Kering die beiden letztgenannten Manufakturen. Die Aufstockung der Beteiligung erfolgte nach dem überraschenden Tod von Dottore Luigi „Gino“ Macaluso (62) im Oktober 2010.

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Dr. Luigi “Gino” Macaluso

Seit Mitte 2011 fungierte bei der Dachgesellschaft Sowind Dottore Michele Sofisti (57) als CEO. Und zwar neben der Chef-Position bei Gucci Watches and Jewelry.

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Dr. Michele Sofisti

Mit der Ernennung des 55-jährigen Albert Bensoussan

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Albert Bensoussan

zum CEO der Kering „Luxury Watches and Jewelry“ zeichnete sich im Frühjahr 2014 bereits weitere personelle Änderungen ab. Der Franzose ist ein alter Hase in diesem Metier. Daher kennen wir uns auch schon lange. Von 2003 bis 2010 verantwortete er das relativ neue Uhrenbusiness von Louis Vuitton. In diesem Zusammenhang erzählte mir Albert im Jahr 2006, dass er seine erste Baselmesse schon 1984 in den Diensten von Cartier erlebt habe. Bis 1994 war er beim König der Juweliere und dem Juwelier der Könige für die Schmuck- und Uhrenentwicklung zuständig. Nach insgesamt 16 Jahren bei der LVMH-Gruppe arbeitete Albert ab 2010 als freier Berater.

Als Oberaufseher über die Schmuck- und Uhren-Aktivitäten von Kering obliegt Albert selbstverständlich auch die künftige strategische Ausrichtung. In diesem Sinn wird Michele Sofisti, der 2009 als strategischer Berater zu Gucci Uhren stieß und dort 2010 zum CEO avancierte, wird sich ab 1. Oktober 2014 wieder ganz auf diese eher modisch und weniger chronometrisch ausgerichtete Marke konzentrieren.

Einer seiner Vorgänger bei Gucci war von 2000 bis 2002 übrigens Aldo Magada (56), welcher nach Karrierestationen bei Techno Marine, Reuge Music, Badollet und Breitling seit dem 1.Juli 2014 in Nachfolge von Jean-Frédéric Dufour das Ruder bei Zenith übernommen hat.

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Aldo Magada

Offen ist im Moment noch, wer dann als CEO die Geschicke bei Sowind lenken wird. Für konkretere Mutmaßungen ist es noch zu früh.  Aber es könnte durchaus sein, das Albert Bensoussan in diesem Zusammenhang auch ein Auge auf Bruno Grande, den kreativen Chef von JeanRichard wirft.

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Bruno Grande

Welche Rolle Gino Macalusos Söhne Stefano und Massimo künftig spielen werden, bleibt abzuwarten.

Während ich am Schreitisch sitze und diese Personalien in meinen Computer tippe, erreicht mich ein Anruf aus Glashütte. Am Telefon ist zuerst Christine Hutter.

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Christine Hutter

Mit gewisser Erleichterung in der Stimme tut die engagierte und angesichts vielfältiger Aufgabenbereiche auch reichlich gestresste Chefin von Moritz Grossmann kund, dass ihr ab sofort ein 2. Geschäftsführer für die kaufmännischen und operativen Belange zu Seite stehen wird. In diesem Fall handelt es sich ebenfalls um keinen Newcomer im Uhrenbusiness. Johann Baptist Lindner (53), mit dem ich sogleich verbunden werde, kennen Insider von Chronowiss.

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Johann Baptist Lindner

Ab 1. Januar 2009 stand er dem früheren Inhaber Gerd-Rüdiger Lang

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Oliver Ebstein und Gerd-Rüdiger Lang

vor dem Verkauf der Marke an Oliver und Eva Maria Ebstein leitend zur Seite. Und zwar oblagen dem gelernten Banker oblagen in Karlsfeld bei Dachau die Finanzen, das Controlling und Personalwesen. Christine Hutter wird sich fortan verstärkt um die Produktentwicklung, das Marketing und den Verkauf der tickenden Kleinodien in aller Welt kümmern können.

Uhren sind bei GQ mit Fug und Recht ein echtes Thema. Der Grund: Neben Ehering und Manschettenknopf gelten sie, wenn man anerkannten Stilberatern Glauben schenkt, als die einzigen legitimen Schmuckstücke des Mannes. Kein Wunder also, dass sich die Männerzeitschrift schlechthin mit schöner Regelmäßigkeit um dieses faszinierende Metier kümmert. Chronometrisch bin ich seit 2002, ergo von Anbeginn als Experte bei GQ an Bord. Seitdem gibt es auch Jahr für Jahr das von vielen Lesern stets sehnlichst erwartete Uhrenspecial.

Für 2014 haben sich Chefredakteur José Redondo-Vega und sein Redaktionssteam eine weitere Attraktion „rund um die Uhr“ ausgedacht. Erstmals wird das Magazin im Oktober pünktlich zum Erscheinen des diesjährigen Uhrenspecials die „GQ Time Awards“ für herausragende neue Herrenuhren verleihen. Die Qual der Wahl obliegt der Redaktion, einer kompetenten Jury bestehend aus Fachexperten, Prominenten, Kim-Eva Wempe als Inhaberin der Wempe KG, und mir - sowie den Lesern.

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Kim-Eva Wempe

Und das soll fortan dann in jedem Herbst der Fall sein. Mit anderen Worten: GQ Deutschland schafft eine neue Uhr-Institution, die sich auf acht Kategorien bezieht: Zum einen „Innovation“, „Handwerkskunst“, „Design“ und „Engagement“ sowie andererseits

„Einsteigeruhr“,

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Kategorie Einsteigeruhr

„Sportuhr“,

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Kategorie Sportuhr

„Chronograph“,

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Kategorie Chronograph

und „Dress Watch“.

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Kategorie Dresswatch

Andererseits deshalb, weil sich die Leser in den letztgenannten vier Sparten ab August 2014 per Online-Votum auf http://www.gq.de beteiligen können. Unter all jenen, die bei der Online-Abstimmung mitmachen, verlost GQ eine hochwertige Armbanduhr sowie Karten zur Teilnahme am Abendevent, mit dem die „GQ Time Awards“ am 9. Oktober 2014 ihren festlichen Abschluss finden.

Selbstverständlich werden die Gewinner auch in dem am gleichen Tag publizierten „GQ Uhren“ ausführlich dargestellt.

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Die Nominierung der teilnehmenden Uhrenmarken und -modelle nimmt die GQ Redaktion nach folgenden Kriterien vor:
• Herren- oder Unisex-Modell
• mechanisches Kaliber
• Neuheit aus dem Jahr der Award-Verleihung einschließlich neuer Varianten
• Pro Kategorie ist nur ein Modell einer Marke zulässig. Jede teilnehmende Marke kann mit maximal drei Uhren insgesamt vertreten sein.

• Teilnehmen werden übrigens nur Marken, die seit mindestens fünf Jahren existieren und ununterbrochen produzieren. (Das Alter des Markennamens ist in diesem Zusammenhang nicht relevant.)
• Die partizipierenden Marken müssen jährlich mindestens 1000 Uhren fertigen und
• deutschlandweit in mehr als zwei Verkaufspunkten präsent sein.

Nun wird es also spannend. Wer dabei sein will, sollte regelmäßig auf http://www.gq.de oder meinem Blog http://gisbert-brunner.gq.de folgen. Sobald sich etwas tut, werde ich nämlich an dieser Stelle berichten. Schon jetzt wünsche ich meinen Lesern viel Spaß beim Wählen und viel Erfolg bei  der Verlosung.

… und einen Geheimtipp für Fußball-Freaks kann ich aus Rio, wo ich gestern das fulminante und bis zum Abpfiff äußerst spannende Finale hautnah erleben durfte, auch noch übermitteln: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Hublot eine streng limitierte Sonderserie der genial konstruierten und, wie sich im Stadion zeigte, auch überaus praktischen Soccer Bang, über deren Funktionalität ich in diesen Blog schon ausgiebig berichtet habe, auf den Markt bringen. Vielleicht zehn Stück für jeden der vier Titel-Sterne. Möglicher Weise gestaltet in den deutschen Nationalfarben. Sicher eine Rarität. Werde versuchen, im Laufe des Tages von CEO Riccardo Guadalupe noch Konkreteres zu erfahren. Und mich selbstverständlich bei neuen Informationen unverzüglich melden.

… und einen Geheimtipp für Fußball-Freaks kann ich aus Rio, wo ich gestern das fulminante und bis zum Abpfiff äußerst spannende Finale hautnah erleben durfte, auch noch übermitteln: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Hublot eine streng limitierte Sonderserie der genial konstruierten und, wie sich im Stadion zeigte, auch überaus praktischen Soccer Bang, über deren Funktionalität ich in diesen Blog schon ausgiebig berichtet habe, auf den Markt bringen. Vielleicht zehn Stück für jeden der vier Titel-Sterne. Möglicher Weise gestaltet in den deutschen Nationalfarben. Sicher eine Rarität. Werde versuchen, im Laufe des Tages von CEO Riccardo Guadalupe noch Konkreteres zu erfahren. Und mich selbstverständlich bei neuen Informationen unverzüglich melden.