GQ-Kolumnisten
Gisbert L. Brunner

"Zeit für Gisbert" - Niemand hat den Uhrenboom so hautnah miterlebt wie Gisbert L. Brunner, niemand kennt sich besser aus mit stilvollen Zeitmessern. Er schreibt über die Technik, die Branche und die Macher hinter den Uhren.

Keine Frage, das Ablesen der Uhrzeit ist bei diesem neuen Chrono von Longines gewöhnungsbedürftig. Sehr gewöhnungsbedürftig. Davon weiß ich eigenen Erfahrungen ein Lied zu singen. In den 1970-er Jahren kaufte ich mir verschiedene Breitling Chronographen, bei denen sich der Stundenzeiger ebenfalls nur einmal pro Tag um seine Achse dreht. Für Piloten, Soldaten oder Menschen, die den natürlichen Wechsel von Tag und Nacht aus welchen Gründen auch immer nicht wahrnehmen können, ist diese Stunden-Indikation eine hilfreiche Angelegenheit. Aber Mann muss sich, wie gesagt, daran gewöhnen.

„The Longines Twenty-Four Hours Single Push-Piece Chronograph“

Andererseits weckt diese außergewöhnliche und wegen des besagten Sachverhalts auch rare Form der Stundeanzeige Aufmerksamkeit bei anderen. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wie oft ich damals darauf angesprochen wurde, dass meine Uhr falsch geht. Wenn ich dann Aufklärung leistete, war das Erstaunen groß.

Longines, die Schweizer Traditionsmarke mit ausgewiesener Kompetenz auf dem Gebiet der Chronographen und auch Instrumentenuhren, hat soeben mit dem  „The Longines Twenty-Four Hours Single Push-Piece Chronograph“ ein weiteres zeitschreibendes Manifest auf den Markt gebracht. Sein Stahlgehäuse misst, wie jenes des Originals aus dem Firmenarchiv, stolze 47,5 Millimeter. Männer mit sehr zierlichen Handgelenken könnten also gewisse Schwierigkeiten mit diesem Instrument haben. Um einen Hingucker handelt es sich auf jeden Fall. Im großen Vorbild tickte dereinst ein modifiziertes Taschenuhr-Kaliber. Die aktuelle Version beseelt das exklusive, weil von der Schwester Eta im Auftrag von Longines entwickelte Automatikkaliber L789. Dabei handelt es sich um ein Derivat der in meinem Blog bereits ausgiebig vorgestellten Schaltrad-Kaliber L688 mit zwei Chronographen-Drückern oder L788 mit nur einem Kronendrücker. Letzterer findet sich auch hier. Er startet und stoppt den zentralen Chronographenzeiger. Seine dritte Funktion besteht in der Nullstellung. Einen Zählzeiger sucht Mann bei dieser Armbanduhr vergebens. Bei der „9“ rotiert die Permanentsekunde. Und oberhalb der „6“, pardon, in diesem Fall muss es natürlich korrekt „12“ heißen, findet sich ein Fensterdatum.

Auf einen Sichtboden hat Longines bei dem bis drei bar wasserdichten Gehäuse bewusst verzichtet, denn das auch ETA A08.L21 titulierte Uhrwerk mit einseitigem Rotoraufzug, vier Hertz Unruhfrequenz, 27 funktionalen Steinen und 54 Stunden Gangautonomie misst nur rund 30 Millimeter. Dafür ziert den massiven Stahlboden das altbekannte Markenlogo, die geflügelte Sanduhr. Zifferblätter stehen in schwarzem oder silbernem Farbton zur Verfügung. Alligator-Lederbänder gibt es in Schwarz oder Braun. Der Preis: EUR 3.240

 Factsheet zur Uhr:

Referenz: L2.797.4.53/73.x

Kaliber: Automatikwerk mit einseitig wirkendem Kugellagerrotor, Eindrücker-Mechanismus und Schaltrad-Chronograph

Kaliber L789.2 (ETA A08.L21)

13¼ Linien, 27 Rubine, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde

54 Stunden Gangautonomie

Funktionen: 24-Stunden-Indikation, Minuten, Permanentsekunde

Fensterdatum, 60-Sekunden-Chronograph mit Schwingtrieb-Kupplung und Schaltradsteuerung

Gehäuse: Edelstahl, Ø 47,5 mm

Kronendrücker zur Steuerung des Stoppers

Saphirglas, mehrfach antireflexbeschichtet

Wasserdichte: drei bar (30 Meter)

Zifferblatt: silberfarben mit Super-LumiNova-Ausstattung oder

Achwarz ebenfalls mit Super-LumiNova-Ausstattung

 Preis: EUR 3.240

Eigentlich war der Tag, den ich zum kürzlich Besuch der Glashütter Uhrenmanufaktur Mühle eingeplant hatte, am Ende schlichtweg zu kurz. Allein schon die Gespräche mit Hans-Jürgen Mühle und seinem Sohn Thilo

Thilo (links) und Hans-Jürgen Mühle

über die Uhrenszene im abgeschiedenen Müglitztal, zu Zeiten des DDR-Regimes wegen des schlechten Empfangs westlicher Radio- und Fernsehsender spöttisch auch „Tal der Ahnungslosen“ genannt, und die bewegte Historie des 1869 von Robert Mühle an selbigem Ort gegründeten Familienbetriebs  hätten mehrere Stunden dauern können. Insbesondere Hans-Jürgen Mühleist ein wandelndes Lexikon, wenn es um diesen Landstrich geht. Kein Wunder möchte man sagen, denn nach der Geburt eben hier im Jahre 1941 und dem Schulbesuch absolvierte der „Ruheständler“ eine Ausbildung zum Feinmechaniker. Nach dem verlängerte Dienst in der Nationalen Volksarmee, welcher das anschließende Studium  mit feinmechanischem und optischem Schwerpunkt in Jena erst ermöglichte, fand man den Vater des heutigen Firmenchefs wieder in Glashütte, wo er sich in 4. Generation um das auf Messinstrumente und Tachometer spezialisierte Familienunternehmen kümmerte.

Der Firmengründer

Robert Mühle

hatte das Renommee mit der Entwicklung und Produktion ausgeklügelter Präzisions-Messinstrumente für die heimische Uhrenindustrie begründet.

Produkte der ersten Generation: Messistrumente für die Uhrenindustrie und Tachometer

Unter der Ägide seiner drei Söhne Paul, Alfred und Max Mühle fand eine Erweiterung des Produktspektrums statt. Ab 1925 fertigte Robert Mühle & Sohn beispielsweise Auto-Borduhren, Tachometer und Drehzahlmesser. Die Kunden gehörten zur Crème de la Crème: BMW (Motorräder), DKW, Horch und auch Maybach.

Paul Mühle und einer seiner Tachometer

Dann kam der Zweite Weltkrieg mit all seinen negativen Konsequenzen, bei dem auch Teile Glashüttes durch einen Fliegerangriff zerstört wurden. Was das  Bombardement kurz vor Kriegsende im Jahr 1945 durch die amerikanische Luftwaffe nicht zerstörte, wurde demontiert und deportiert. Letzteres traf auch Mühle, weil R. Mühle & Sohn -zwangsweise- auch Instrumente für die Deutsche Wehrmacht produziert hatte, kam es zur Enteignung. Doch Hans Mühle ließ sich nicht entmutigen.

Hans Mühle

Einem Stehaufmännchen gleich rief er noch im Dezember 1945 eine neue Firma ins Leben. Selbige setzte die auf viel Erfahrung und Kompetenz gründende Tradition fort. Will heißen: Entwicklung und Herstellung unterschiedlichster Messgeräte. Dazu gesellten sich Manometer und Temperaturmesser. Die Tatsache, dass Mühle 1969 in Glashütte ein Monopol auf dem Sektor der Messuhren und der Regeltechnik

besaß, war ein Grund zur zwangsweisen Verstaatlichung im Jahr 1972. Dazu Hans-Jürgen-Mühle: „Am 16. April 1972 zum Betriebsschluss um 16 Uhr, war ich in den Augen der Ost-Obrigkeit noch Kapitalist. Einen Tag später um 7 Uhr sah die Welt ganz anders aus.  Für die anschließende Leitung der Firma musste ich mich ganz normal bewerben.“ Und der Unternehmer bekam den Job im Range eines „Betriebsdirektors der sozialistischen Wirtschaftsführung“. Ganz leer ging Mühle durch die Zwangsmaßnahme übrigens nicht aus. Bei der Bewertung des betrieblichen Vermögens fanden freilich nur vollendete Produkte und Projekte ihre Berücksichtigung. Alles, was sich im Stadium nascendi befand, „fiel einfach unter den Tisch.“ Das galt auch für einen bereits angefangenen Gebäudetrakt. 1980 erfolgte die Integration in den VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB), wo Hans-Jürgen Mühle es bis zum Vertriebsleiter brachte. Kein Wunder, dass er fast Jede und Jeden in Glashütte kennt. Hier war er unter anderem für den Vertrieb von Schiffschronometern mit elektronischen Quarzwerken zuständig . 1985 konnten rund 500 Exemplare fertiggestellt werden. Die  tägliche Gangabweichung lag bei einer Hundertstelsekunde.

Dann kam das Jahr 1989 und mit ihm die legendäre „Wende“. Mit dem VEB GUB gelangte auch das Familienerbe der Mühles ins Eigentum der Treuhand. Weil das eigene Unternehmertum zu Hans-Jürgen-Mühle gehört wie das Salz zur Suppe, rief er 1994 die „Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik“ ins Leben.

Zur ersten Mannschaft gehörten insgesamt vier Personen: Hans-Jürgen Mühle, der sich um den  Verkauf von Schmuck kümmerte, ein Konstrukteur aus der alten Firma, eine Uhrmacherin und ein Chronometermacher. Dass das kleine Startup-Unternehmen in den ersten beiden Jahren an die einschlägige Vergangenheit knüpfte und das Thema nautische Instrumente groß schrieb, mag an dieser Stelle nicht verwundern. Professionelle Marinechronometer, Schiffsuhren sowie andere Instrumente wie Baro- und Hygrometer ernährten das Team. Auch wenn der Anfang nicht einfach war: Zur Typprüfung schickte Hans-Jürgen Mühle zwei Exemplare seiner neu entwickelten Marine-Chronometer nach Hamburg in die dortige Seewarte. „Jede der Prüfungen kostete uns 10.000 Mark. Und wir warteten ungefähr vier Wochen mit flauem Magen auf die Resultate.“ Die Antwort auf die Frage, warum dann gleich zwei Stück: „Wir gingen davon aus, dass es einer auf jeden Fall schafft. Aber zu unserer Freude sind beide anstandslos durchgekommen.“

Auch heute noch von Mühle in Glashütte gefertigt: Marine-Chronometer mit Quarzwerk

So mauserte sich  Mühle nach und nach zum technischen Weltmarktführer bei GPS-gesteuerten und quarzstabilisierten Uhrenanlagen samt Nebenuhren und intelligenten Schnittstellen beispielsweise für Kreuzfahrtschiffe.

Mühle Schiffs-Uhrenanlage mit intelligenter Steuereinheit unf Nebenuhren

Die „Aida“-Flotte ist mit Mühle-Uhren unterwegs oder das Greenpeace-Schiff oder die „Columbus“ oder die Superfast-Fähren von Italien nach Griechenland und zurück. Jährlich verlassen fünf bis sechs dieser Uhrenanlagen die Manufaktur.

Mühle Glashütte, Atelier für Großuhren

Das beschert zwar keine Riesen-Umsätze, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Mit der Marine-Fliegeruhr 1 brachte Mühle 1995/96 seinen ersten Zeitmesser fürs Handgelenk auf den Markt. In den anschließenden Jahren entwickelte sich dieser Geschäftszweig zur tragenden Säule. Gegenwärtig entstehen in den Ateliers etwas abseits vom Ortszentrum, wo sich nahezu alle Marken mit dem imageträchtigen Zusatz-Schriftzug Glashütte i/Sa versammelt haben, jährlich etwa 9.000 Armbanduhren in insgesamt fünf Produktfamilien. Unangefochtener Leader ist der S.A.R. Rescue-Timer.  

Hans-Jürgen Mühle bei der Präsentation des S.A.R. Rescue Timers

Seine Entwicklung basiert auf neun Monate währenden Diskussionen mit Eisatzkräften auf Seenot-Rettungskreuzern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Auf 56 Schiffen befinden sich diese hoch belastbaren Zeitmesser nicht nur im Dauer-Einsatz, sondern auch im Dauertest.

S.A.R. Rescue Timer von Mühle

Das Feedback der Kommandanten fließt, wenn erforderlich in die Evaluation der bis 100 atm. wasserdichten Automatik-Armbanduhren ein.  Auf S.A.R. folgte die sehr klassisch gestaltete „Teutonia“-Linie, welche es in ganz unterschiedlichen Ausführungen mit Handaufzug, Automatik oder Selbstaufzugs-Chronograph gibt.

Ausgezeichnet mit der Goldenen Unruh 2014 - der Teutonia II Chronograph

Drei Viertel der produzierten Uhren gelangen an deutsche Handgelenke. Zu den wichtigsten Exportmärkten gehören die USA, England und China.

Eine nicht unbedingt erbauliche Zäsur brachte 2005.  Ab diesem Jahr erhitzte ein hitzig ausgetragener Rechtsstreit mit Nomos Glashütte die Gemüter. Zankapfel war die Frage, ob Mühle bei seinen mit Schweizer Rohwerken ausgestatteten Uhren die so genannte „Glashütter-Regel“ erfüllt.  Das  Wettbewerbsrecht besagt nämlich, dass nur Zeitmesser mit überwiegendem dortigen Wertschöpfungsanteil die Herkunftsbezeichnung „Glashütte” tragen dürfen.

Die Notwendigkeit, mit Blick auf ein zu erwartendes Gerichtsurteil millionenschwere Rücklagen bilden zu müssen, zwang das an sich wirtschaftliche Familienunternehmen Mühle am  04. Juli 2007 in die Insolvenz wegen drohender Überschuldung. Selbige beeinträchtigte die Fortführung des Geschäftsbetriebs unter der Leitung des gleichermaßen erfahrenen Thilo Mühle in keiner Weise.

Thilo Mühle, Geschäftsführer seit dem Neustart im Jahre 2007

Der konnte auf einen motivierten Mitarbeiterstamm und eine attraktive Kollektion bauen. Bereits im März 2008 wurde Mühle vom Insolvenzverwalter aus dem Verfahren entlassen. Und damit konnte der Start in eine neue Zukunft beginnen. Natürlich mit der Herkunftsbezeichnung „Glashütte“ auf dem Zifferblatt, natürlich mit dem Fokus auf sachlich gestaltete, bestens ablesbare Zeitmesser. Nur so konnte sich der Kreis zur Unternehmens-Genese seit 1869 schließen.

Vorbei sind seitdem die Zeiten, in denen man Mühle angreifen und zumindest über die Glashütter Wertschöpfung diskutieren konnte. Seit 2011 lautet das bewegende Thema eigene Manufaktur.Aber auch die weiterhin zugekauften Kaliber eidgenössischen Provenienz stehen außerhalb jedweder Debatte.

Ein Aufzugsrotor von Mühle in verschiedenen Bearbeitungsstufen

Eigene Rotoren für die Automatikwerke, die patentierte Spechthals-Feinregulierung und jede Menge Feinbearbeitung im sächsischen Müglitztal setzten unübersehbare Zeichen. Die Chronographenkaliber Eta 7750 oder das Pendant Sellita SW 500 modifiziert Mühle durch den Einbau einer Dreiviertelplatine derart stark, modifiziert dass die eigene Kaliberbezeichnung MU9413 vollauf gerechtfertigt ist.

Das Kaliber Mühle MU 9413 mit Selbstaufzug und Chronograph

Apropos Spechthals-Feinregulierung. Hiervon gibt es mittlerweile für die verschiedenen Kaliber nicht weniger als drei Versionen. Im Gegensatz zum bekannten Schwanenhals, welcher den Rückerzeiger in der Horizontalen spielfrei hin und her bewegt, tut das die ausgeklügelte Spechthals-Vorrichtung auch in der vertikalen Richtung.

Warum, das erklärt Thilo Mühle: „Bei unserem System können sich auch heftige Stöße nicht auf die Position des Rückerzeigers auswirken. Die Reglage bleibt in jedem Fall erhalten. Das ist für unsere Uhren, die teilweise härtesten Beanspruchungen standhalten müssen, ein unverzichtbarer Aspekt.“

Nach dem Motto, dass Mann durch Schaden klug wird, haben Thilo Mühle und sein Vater, der im Unternehmen weiterhin ein kleines Büro besitzt, die Fertigungstiefe während der vergangenen Jahre konsequent gesteigert. Mit Hilfe moderner, natürlich computergesteuerter Fertigungs- und Bearbeitungszentren, welche, wenn es technisch sein muss, auf den Tausendstelmillimeter genau arbeiten können, entstehen die Platinen, Brücken und Kloben des in meinem Blog bereits vorgestellten Spektrums eigener Werke vor Ort.

Mit Hilfe computergesteuerter Kern-Fertigungszentren enstehen bei Mühle in Glashütte Gestellteile (Platinen, Brücken Kloben) oder Schwungmassen

Gleiches gilt für die individualisierten Aufzugs-Schwungmassen. Die Produktion kleiner Stahl-Rohteile per ebenfalls computergesteuerter Funkenerosion geht verständlicher Weise im Lohnauftrag vor sich. Die geringen Quantitäten würden den Erwerb extrem teurer Präzisionsmaschinen schlichtweg nicht rechtfertigen. Aber Kollegen in Glashütte, welche über einen entsprechende Gerätschaft verfügen, helfen gegen Bezahlung ihrer Arbeit gerne aus. Für den Glashütter Wertschöpfungsfaktor spielt es in diesem Zusammenhang keinen Rolle, wer tätig wird. Wichtig ist vielmehr, dass es in einem klar definierten Dunstkreis rund um die Ortschaft im Erzgebirge geschieht. Was sich Mühle nicht nehmen lässt, ist eine akribische Kontrolle der zugekauften Komponenten auf Maßhaltigkeit und Qualität.

Optische Messanlage zur Qualitätskontrolle bei Mühle in Glashütte

Erst dann geht es an die Feinbearbeitung, also u.a. das Anglieren, das Polieren,

oben und unten: Spechthals-Feinregulierung

Komponenten-Feinbearbeitung bei Mühle

das Anbringen von Schliffen

Dreiviertelplatinen von Mühle verdedelt durch Streifenschliff

oder das Veredeln samt Bläuen der Schrauben,

Schrauben und ihre Veredelung bei Mühle in Glashütte

sowie anschließend –in neu gestalteten Werkstätten unter dem Dach- die gewissenhafte Montage zum Ganzen, welches bekanntlich immer mehr wert ist als die Summe seiner Teile. 

Montage und Reglage von Uhren bei Mühle in Glashütte

Für die Regulierung der mechanischen Kaliber haben sich Thilo Mühle und sein Team klare Normen auferlegt: fünf Lagen und ausschließlich Vorgehen bis zu acht Sekunden täglich. Die offizielle Chronometernorm gibt höchstens plus Sekunden pro Tag vor, lässt aber auch minus vier Sekunden zu. Das Delta beträgt demnach insgesamt zehn Sekunden während Mühle sich hier auf besagte acht Sekunden beschränkt.

Insgesamt stehen bei Mühle in Glashütte derzeit 52 Menschen auf der Gehaltsliste. Dazu gehören ab September 2014 nicht weniger als fünf Auszubildende.

Lehrwerkstatt bei Mühle in Glashütte

33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Produktion tätig. Bei 21 handelt es sich im ausgebildete Uhrmacher. Mit von der Partie sind ferner ein Konstrukteur und ein Prototypist.  Der Rest erledigt administrative, distributive und kommunikative Aufgaben.

In der Konstruktionsabteilung findet übrigens auch die Frage, warum sich die Krone der S.A.R.-Modelle bei der „4“ befindet, ihre unmissverständliche Beantwortung: „Auf diese Weise kann sie sich nicht in den Handrücken bohren.“

S.A.R. Rescue Timer

Über die Jubiläumskaliber und -modelle von Mühle Glashütte hatte ich ja schon berichtet. Für alle, die in meinem Blog nicht zurückblättern wollen, hier nochmals die Fakten:

An das biographische Auf und Ab erinnern drei limitierte, bis zehn bar wasserdichte Armbanduhren mit 44 Millimeter Gehäusedurchmesser, von denen zwei bezeichnender Weise Robert Mühle Auf/Ab heißen. 

Zwanzig Exemplare gibt es von der Massivgold-Version mit dem Handaufzugskaliber RMK 01. Die Edition des stählernen Pendant beschränkt sich auf 145 Stück.

Durch die Gangreserveanzeige unterhalb der „12“ wecken diese beiden Zeitmesser Assoziationen an klassische Marine-Chronometer.  Das RMK 02, welches sich in der stählernen und damit ebenfalls auf 145 Exemplare limitierten „Robert Mühle Kleine Sekunde“ findet, besitzt keine „Tankuhr“.

Bei den genannten Groß-Kalibern RMK 01 und RMK 02 mit 36,6 Millimetern Durchmesser handelt es sich grundsätzlich um Eigenkonstruktionen.

In Glashütte entstehen auch rund 80 Prozent aller Teile. Beispielsweise werden die Flachteile (Grundplatine, Räderwerksplatine, Anker- und Unruhkloben, Modulplatine des Auf/Ab-Werks) auf eigenen CNC-Bearbeitungszentren produziert.

Darüber hinaus fertigt Mühle auch Federn, Klinken und Hebel für die Feinregulierung oder das Langloch-Gesperr auf diesen Maschinen. Rädersatz, Federhaus und das in Chronometerqualität ausgeführte Assortiment stammen, wie sich beim Blick auf die Geometrie zeigt, vom Eta/Unitas 6498 ab. Aber das erkennen in der Tat nur Eingeweihte, denn die Techniker und Handwerker bei Mühle haben ganz im Sinne Glashütter Uhrmacherei gewirkt. Das zeigt sich u.a. an der Dreifünftel-Platine, drei verschraubten Gold-Chatons, dem Glashütter Langloch-Gesperr, dem separaten Kloben zur Lagerung des Ankerrads, dem gravierten Unruhkloben und eben auch der Spechthals-Feinregulierung.

Merkmale Kaliber RMK 01:

Durchmesser 36,6 Millimeter

Bauhöhe 8,35 Millimeter (bedingt durch die modulare Gangreserveanzeige)

145 Komponenten

29 Steine

Glucydur-Unruh, Nivarox-1-Flachspirale

Unruhfrequenz drei Hertz (21.600 A/h)

Gangautonomie 56 Stunden

Modulare Gangreserveindikation

 Merkmale Kaliber RMK 02:

Wie Kaliber RMK 01, keine Gangreserveanzeige

Bauhöhe 6,85 Millimeter

120 Komponenten

18 Steine

Die Preise der Jubiläumsmodelle:

Robert Mühle Kleine Sekunde Stahl: 4.500 Euro
Robert Mühle Auf/Ab Stahl: 6.900 Euro
Robert Mühle Auf/Ab Gold: 16.000 Euro

Einsteiger mit ausgeprägtem Hand zu exklusiver Mechanik kommen hingegen bei beim Handaufzugskaliber MU 9412 zu ihrem Recht.

Das Handaufzugskaliber Kaliber MU 9411 und sein Nachfolger MU 9412

Das 25,6 mm große und 3,4 mm hohe Oeuvre mit Glashütter Dreiviertelplatine und so genannter Spechthalsregulierung für den Rücker entstammt eigener Entwicklung und Fertigung. Der Gangregler oszilliert mit vier Hertz. Spätestens nach 42 Stunden muss die Zugfeder manuell über die Krone gespannt werden. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören ferner Zentralsekunde, Sekundenstopp und Fensterdatum mit Möglichkeit der Schnellkorrektur. Dieses Uhrwerk lässt durch den Sichtboden der stählernen „Teutonia III“ beim Ticken beobachten. Ihr Preis: 1.900 Euro.

Dass Thilo Mühle mit seiner Philosophie richtig liegt, zeigt ein kontinuierliches Wachstum. Selbiges wird seinen Beitrag dazu leisten, dass die verbliebenen finanziellen Verpflichtungen aus dem Insolvenzverfahren von 2007 bald getilgt sein werden und die Glashütter Manufaktur mit dem Anspruch „viel Uhr fürs Geld“ aus gesicherter Perspektive in die Zukunft blicken kann.

Nach den mir heute zugespielten Informationen wird die in Pforzheim ansässige Firma Luxury Brand GmbH künftig die Distribution von Eterna für Deutschland und Österreich übernehmen. Geschäftsführer Philipp Kohlermann hat auch noch TW Steel in seinem Produkt-Portfolio.

Hublot liebt Fußball, daran besteht nicht der geringste Zweifel. Die in Nyon bei Genf beheimatete Uhrenmanufaktur pflegt Partnerschaften u.a. mit dem FC Bayern München,

Hublot, Partner des FC Bayern München. Im hellen Anzug neben Karl-Heinz Rummenigge: Jean-Claude Biver

Flamengo Rio,

Hublot, präsent in Rio de Janeiro

Juventus Turin, Paris Saint-Germain und Ajax Amsterdam. Bei der Mitte Juli zu Ende gegangenen FIFA Weltmeisterschaft waren die Tafeln zur Anzeige eines Spielerwechsels sowie der Nachspielzeit nicht zu übersehen. Über die eigens zur 2014-er WM hergestellte, in den Hublot Boutiquen offerierte und zwischenzeitlich längst ausverkaufte Armbanduhr habe ich in meinem Blog schon vor Wochen berichtet.

Wissenswert ist auch die Tatsache, dass Hublot bei Fußballspielern ganz hoch im Kurs steht. Das war bereits im Fernsehen zu beobachten, wenn Star-Kicker mit ihrer Hublot am Handgelenk auftraten.

Der Mann mit dem Kochlöffel: Hublot-CEO Riccardo Guadalupe während der Fußball-WM in Rio

Als ich Ricardo Guadalupe am Rande der WM in Rio danach fragte, wie viele Uhren Hublot denn jedes Jahr an Fußballspieler verschenke, lachte der Hublot-CEO nur laut auf. „Wir haben nichts zu verschenken, denn wir leben davon, dass wir unsere Produkte verkaufen.“ Diese Meinung teilt auch sein Vorgänger im Amt. Einmal wies Jean-Claude Biver einen Ex-Star des Fußballclubs Manchester United, der eine Uhr gratis bekommen wollte, mit klaren Worten in seine Schranken: „Von uns bekommst du keine Uhr umsonst. In diesem Fall wür­dest du den Respekt verlieren. Wenn du eine Hublot möchtest, kannst du sie dir kaufen, denn du hast Geld genug.” Und sie kaufen in der Tat, die Profis. Für sie stehen die Zeitmesser mit der augenfälligen Optik auf der gleichen Stufe wie schnelle Autos. Seit etwa 2006 ist Hublot in der Beliebtheitsskala bei Fußballern kontinuierlich nach oben geklettert. Das hat beispielsweise die französische Zeitschrift L’Equipe im November 2013 eruiert. In der Beilage „Sport & Style” stand zu lesen, dass Uhren von Hublot bei den französischen Nationalspielern vor solchen aus den Häusern Rolex und Audemars Piguet rangieren. „Fast alle besitzen eine (Hu­blot), in der Regel einen Big-Bang- oder Classic-Fusion-Chronograph.” Teilweise sogar mit Brillanten besetzt.

In anderen Nationen sieht das vermutlich nicht anders aus.

Bekanntlich konnte das deutsche Team den Weltmeister-Pokal im Siegerflieger der Lufthansa nach Berlin bringen.

Aus diesem Anlass, auch das habe ich hier schon berichtet, planten Riccardo Guadalupe und sein Team schon in Rio de Janeiro eine Sieger-Armbanduhr. Genau genommen sind es zwei: Ein Chrono mit Titangehäuse für 9.600 Euro und einer mit goldener Schale für 26.400 Euro. Ersterer ist auf 100, letzterer auf 30 Exemplare limitiert.

Geliefert werden sie im September 2014.

Bei mir gibt es das Duo nun erstmals zu sehen. Voilà:

Die beiden Weltmeister-Chronographen 2014 von Hublot

oben Titan, 100 Stück, 9.600 Euro

unten Gold, 30 Stück, 26.400 Euro

Vor gut einer Woche habe ich an dieser Stelle über Porsche Design und die mit diesem Namenszug signierten Uhren berichtet. Außer einer Zeichnung konnte ich bezüglich der 2014-er Neuigkeiten damals noch nichts Konkretes präsentieren.

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Nun habe ich hier exklusiv die ersten Fotos der beiden Newcomer. Es handelt sich um zwei auf jeweis 500 Exemplare limitierte Automatik-Chronographen mit Titangehäuse und -band sowie dem bewährten Kaliber Eta/Valjoux 7750. Der Name: Timepiece Nr. 1 in Erinnerung an Ferdinand A. Porsche.

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Einer trägt, wie der Klassiker von 1973, eine schwarze Beschichtung. Weil sich diese technisch auf der Höhe unserer Zeit befindet, ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Farbe bei strapazierendem Tragen löst.

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Meine Fotos zeigen Prototypen, bei denen u.a. die Zeigerlängen noch nicht stimmen.

Die bis fünf bar (50 Meter) wasserdichten Schalen verfügen über getönte Saphirglas-Sichtböden, durch die sich das Uhrwerk mit speziell gestaltetem Rotor beobachten lässt.

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Die Preise der neuen Uhren werden sich in der Größenordnung von etwa 5.000 Euro bewegen. Das schwarze Modell soll etwa 500 Euro mehr kosten als die unbeschichtete Version des Chronographen. Geliefert wird im vierten Quartal 2014.

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Dass der Herbst mit Riesenschritten naht, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit Blick auf die gleichermaßen bunte wie graue Jahreszeit bringt Panerai Abwechslung ins Uhrenleben.

Und zwar mit farbenfrohen Lederbändern.

Selbige, meine Herren, eignen sie sich vorzüglich als gerne gesehenes Geschenk für die Dame des Herzens.

Falls die eine Panerai besitzt, versteht sich.

Am 21. August 2014 werden Eva Maria und Oliver Ebstein in der Luzerner Innenstadt zusammen mit geladenen Gästen die Eröffnung des House of Chronoswiss zelebrieren.Exklusiv kann ich heute schon zwei Upgrade-Fotos zeigen:

Hinter der prachtvollen Fassade finden sich fortan die Chronoswiss Ateliers, aber auch die Administration.

Durch die Scheiben der Schauwerkstätten können Besucherinnen und Besucher bald schon das Entstehen der Chronoswiss-Zeitmesser verfolgen, beispielsweise der Sirius retrograde Day:

Wie ich soeben erfahren habe, heißt der neue Eigentümer von Ulysse Nardin Kering. Und zwar zu 100%. Chai Schnyder, die in Malasia lebende Frau des verstorbenen UN-Retters Rolf Schnyder im Jahr 1983, dazu die Minderheitsaktionäre Dieter Meier (Popgruppe Yello) und sein Bruder Balthasar Meier (Fogal Strümpfe). Zur Kering-Luxusgruppe, früher PPR, gehören neben Gucci u.a. auch Girard-Perregaux und JeanRichard. Das Management von UN bleibt dem Vernehmen nach komplett erhalten.

An die erste Begegnung mit Walter Lange am 24. Oktober 1994 erinnere ich mich, als ob es gestern gewesen wäre. Der damals 70-Jährige konnte seine Freude über die Renaissance der von seiner Familie ins Leben gerufenen und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den kommunistischen Machthabern brachial zerstörten

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und in einen langen Dornröschenschlaf geschickten Uhrenmanufaktur nicht verbergen.

Zutiefst gerührt zeigte sich Walter Lange voller Optimismus, auch wenn ihn, wie er mir ganz am Rande andeutete, mitunter gewisse Zweifel plagten. „Ich zweifle keine Sekunde an dem während vier Jahren von den Produktgestaltern, Technikern und Uhrmachern Geleisteten, welches voll und ganz in der Tradition unseres altehrwürdigen Familienunternehmens steht. Die neue Kollektion ist umwerfend. Uns alle plagen nur gewissen Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Akzeptanz.“ 

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Walter Lange beim Marken-Relaunch 1994 in Glashütte

Die Ängste waren, wie sich sehr schnell zeigte, völlig unbegründet. Und schon bei unserem nächsten Treffen zeigte sich Walter Lange von einer ganz anderen Seite: gut gelaunt und unverdrossen in die Zukunft blickend. image

A. Lange & Söhne hatte sich nämlich nach der Neugründung und dem Lancement der ersten eigenen Armbanduhren-Kollektion sehr schnell zu einer chronometrischen Institution gemausert. Ein Ehrenpreis jagte sozusagen den anderen. Seitdem laufen wir uns mit schöner Regelmäßigkeit über den Weg. Meistens mehrere Male im Jahr.

Walter Lange im Jahr 2004

Auf jeden Fall aber an jenem Tag, wenn die Jury den Sieger des seit fünf Jahren verliehenen „Watchmaking Excellence Award“ kürt. Walter Lange lässt es sich nämlich nicht nehmen, seine langjährige Erfahrung und seine persönliche uhrmacherische Kompetenz mit dem ihm eigenen Engagement einzubringen. Auch die Auszubildenden bekommen nach Abschluss ihrer Lehrzeit von Walter Lange einen persönlichen Handschlag. 

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Walter Lange und die erfolgreichen Absolventen der Uhrmacher-Ausbildung bei A. Lange & Söhne 2014

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 Wenn ich die große, stets überaus bescheiden auftretende  Persönlichkeit der deutschen Uhrmacherkunst spätestens am 10. Oktober aus besagtem Anlass in Dresden treffen werde, heißt es erst einmal mit einem Händedruck zum 90. Geburtstag gratulieren. Den nämlich begeht Walter Lange am 29. Juli 2014.

Als er 1948 nach der Enteignung seiner Familie Glashütte verlassen musste, sah es gar nicht danach aus, dass er eines Tages als Uhr-Unternehmer in seinen Geburtsort zurückkehren werde. Mit Gründung der Lange Uhren GmbH am  7. Dezember 1990 wurde ein viele Jahre lang im tiefsten Inneren sehnlichst gehegter Traum endlich Realität. Übrigens hatte sein Urgroßvater Ferdinand A. Lange auf den Tag genau 145 Jahre die sächsische Feinuhrmacherei im abgeschiedenen Müglitztal begründet.

Natürlich ist Walter Lange schon lange nicht mehr aktiv im seitdem rasant gewachsenen Unternehmen tätig. Aber als Botschafter von A. Lange & Söhne ist er rund um den Globus ein gerne gesehener Gast. Jeder schätzt den Jubilar, der sich nie in den Vordergrund drängt, aber, wenn darum ausdrücklich gebeten, stets eine launige Begebenheit aus seiner langen Lebensbiographie zu berichten weiß. Für sein großartiges Lebenswerk hat die Stadt Glashütte ihrem bedeutenden Sohn schon 1995 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Drei Jahre später erhielt Walter Lange den Verdienstorden des Freistaats Sachsen. Und 2013 würdigte die eidgenössische Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) „den Mann, ohne den die großartige Wiedergeburt von A. Lange & Söhne nicht möglich gewesen wäre“ mit der Auszeichnung „Hommage à la Passion“. Mit dem ihm eigenen feinen Schmunzeln in den Mundwinkeln nahm er diese besondere Auszeichnung in Lausanne entgegen. Und eine trocken, mit Augenzwinkern vorgetragene Bemerkung, die von keinem anderen stammen konnte, brachte die innere Freude Walter Langes zum Ausdruck: „Ausgerechnet in der Schweiz!“

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Bleibt mir nur, Ihnen, lieber Walter Lange, auf diesem öffentlichen Weg zum 90. Geburtstag meine allerherzlichsten Glückwünsche zuzurufen. Für das kommende Jahrzehnt hin zum hundertsten, den Sie hoffentlich auch noch wohlgemut und gesund mit Ihren Fans begehen werden, wünsche ich Ihnen nur das Allerbeste. Möge Ihr Optimismus nie vergehen. Und wie gut, dass es Menschen wie Sie gibt.

Bei Eterna hoffen viele auf die neuen, während der Baselworld 2014 vorgestellten Uhren:

Geliefert werden sollen sie im Herbst. Die deutsche Niederlassung in Neu-Isenburg ist dann bereits aus dem Rennen, wie sich einem Brief vom 18. Juli 2014 an die Konzessionäre in Deutschland und Österreich entnehmen lässt:

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Der Tenor in aller Kürze: Schließung und Kündigung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Oktober 2014. Bis Ende August wird noch gearbeitet und abgewickelt, dann löscht der oder die Letzte das Licht. Die verbleibende Zeit ist das Personal dem Vernehmen nach unter Fortgewährung der Bezüge freigestellt.

In Zukunft soll den Vertrieb und die Serviceleistungen samt Kommunikation ein angeblich schon gefundener Agent übernehmen. Man wird sehen.