GQ-Kolumnisten
Gisbert L. Brunner

"Zeit für Gisbert" - Niemand hat den Uhrenboom so hautnah miterlebt wie Gisbert L. Brunner, niemand kennt sich besser aus mit stilvollen Zeitmessern. Er schreibt über die Technik, die Branche und die Macher hinter den Uhren.

Bereits zu Beginn der 1950-er keimte die Idee zu einem neuen Polarjahr. Im Benehmen mit dem Internationalen Wissenschaftsrat wurde das Ganze inmitten des Kalten Kriegs dann doch zu einer weltweiten Angelegenheit erklärt.

Und damit konnte eine Gruppe ambitionierter Wissenschaftlern aus aller Welt die Vorbereitungen für das Internationale Geophysikalische Jahr (IGJ) beginnen. Die vereinbarte Periode des IGJ währte vom 1. Juli 1957 bis zum 31. Dezember 1958. Während dieser Zeit kümmerten sich Naturforscher in unterschiedlichsten geophysikalischen Projekte um Unerforschtes bezogen auf Ionosphäre, Geomagnetismus, Gletscher, Ozeanografie, Meteorologie, kosmische Strahlung, Seismologie und natürlich die Sonne als unseren wichtigsten Himmelskörper.

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Aus diesem bedeutenden Anlass stellte Jaeger-LeCoultre 1958 den offiziell geprüften „Geophysik Chronometer“ vor.

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Jaeger-LeCoultre Geophysic, Referenz 2985, 1958

102 Exemplare dieser Gold-Referenz erhielten 1958 einen Gangschein es offiziellen Chronometer-Prüfbüros in Le Sentier

Ein Weicheisen-Innengehäuse im Gehäuseinneren schützte das 28,25 mm große und 4,55 mm hohe Handaufzugskaliber P 478/BWSbr vor Magnetfeldern mit einer Stärke von bis zu 600 Gauss. 

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Das Handaufzugskaliber P 478/BWSbr in der Jaeger-LeCoultre Geophysic von 1958 - Foto oben (C) Alexander Bauer

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Beim verbauten Uhrwerk handelte es sich um eine besonders edle Version des in Militär-Armbanduhren vielfach bewährten 478. Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen gehörten mit Schwanenhals-Feinregulierung mit Kronen-Unruhstopp mit Hilfe eines langen, über die Räderwerksbrücke reichenden Hebels, an dessen Ende eine kleine Feder befestigt ist, Schraubenunruh mit vier Regulierschrauben und Breguetspirale.

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Die Lieferung der insgesamt 800 Armbanduhren erfolgte in einem Etui, das dem russischen Sputnik ähnelte.  Mit dabei: ein offizielles Gangzeugnis, welches dem Uhrwerk das Genauigkeitsprädikat “besonders gut” zuerkannte.

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Die Stadt Genf überreichte einen dieser in Sammlerkreisen hoch begehrten Zeitmesser an William R. Anderson, den Kapitän des amerikanischen Atom-Unterseeboots, welches am 3. August 1958 den Nordpol auf direkter Route vom Atlantik zum Pazifik erreicht hatte. Die USS Nautilus war am 1. August 1958 zur geheimen Mission gestartet. Das Ziel kannte nur die Besatzung.

 2014 erweist Jaeger-LeCoultre diesen legendären Zeitmesser -gut erhaltene Uhren kosten heute am Sammlermarkt teilweise mehr als 20.000 Euro – seine Ehre durch drei exklusive Editionen mit Edelstahl-, Rotgold- oder Platingehäusen. Die Retro-Modelle besitzen einen leicht größeren Durchmesser von 38,5 Millimeter. Die gesamte Optik inklusive Zifferblatt orientiert sich eng am Original.

Um die Uhrzeit kümmert sich aktuell das 3,3 Millimeter hohe Automatikkaliber Jaeger-LeCoultre 898/1 mit 43 Stunden Gangautonomie. Seine Unruh oszilliert mit vier Hertz. Jedes Werk besteht aus 202 Bauteilen und hat vor der Lieferung in der Manufaktur den anspruchsvollen 1000-Stunden-Test erfolgreich absolviert.

Der harte Check währt exakt 41 Tage und 16 Stunden. Anders als bei der offiziellen Chronometerprüfung COSC wird nicht nur das Uhrwerk, sondern die fertig eingeschalte, mit Zifferblatt und Zeigern versehene Uhr auf die Prüfstrecke geschickt. Die Prüfung erfolgt abwechslungsweise in sechs Positionen, bei verschiedenen

Temperaturen, mit der Uhr in Bewegung, bei völliger Bewegungs­losigkeit, unter der Einwirkung gezielter Schläge, dem Wasserdruck von fünf Atmosphären und dem Einfluss wechselnder Magnetfelder, welche über den allgemein gebräuchlichen Normen liegen. Damit muss jede Master-Uhr in den ersten 1000 Stunden ihres Lebens härtere Anforderungen über sich ergehen lassen, als sie normaler Weise während mehrerer Jahre an einem Handgelenk ausgesetzt ist.

 Wie 1958 ist die Edition der stählernen „Geophysic 1958“ (unten) auf 800 Exemplare limitiert.

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In Rotgold gibt es 300 

und in Platin 58 Stück. Letztere sind nur in Jaeger-LeCoultre-Boutiquen erhältlich.

Die Jaeger-LeCoultre Geophysic 1958 in Platin

Preise:

Stahl 7.500,— Euro

Rotgold 16.500,— Euro

Platin 25.500,— Euro

Der Name sagt es bereits. Alles begann mit einem Mann namens Pequinet.

Emile Pequignet

Um ganz korrekt zu sein: mit Monsieur Emile Pequignet. Und zwar im Jahre 1973, als die Quarz-Fieber mehr und mehr grassierte. Dort, wo der ausgebildete Uhrmacher ganz bescheiden anfing, liegen die Uhrmacherzentren der Schweiz und des Nachbarn Frankreich sehr dicht beieinander. Nachdem Emile Pequinet nicht nur gebürtiger sondern auch überzeugter Franzose war, startete und installierte er seine Uhr-Unternehmung nahezu selbstverständlich im Heimatland. In Morteau, unweit entfernt von Le Locle und La Chaux-de-Fonds, kreierte der Design-Autodidakt eine modisch geprägte Kollektion preislich im oberen Mittelfeld angesiedelter Zeitmesser fürs Handgelenk. Das gestalterisch Normale lag dem Newcomer dabei völlig fern. In seinen Augen durften die Uhren ruhig etwas vom Gängigen abweichen.

Das Wagnis gelang, die Kollektionen für Damen und Herren stießen auf positive Resonanz. 1984 avancierte die Linie „Moorea“ zum unangefochtenen Pequinet-Leader. Daneben offerierte die Marle „Cameleone“, „Sorella“ und „Equus“. Vor  allem das Chamäleon konnte mehrfach Auszeichnungen für die innovative, unkomplizierte und deshalb auch patentierte Möglichkeit des Bandwechsels entgegennehmen.

Nach gut 30 erfolgreichen Jahren verkaufte er sein Unternehmen am 15. Januar 2004 an den Franzosen Didier Leibundgut,

Didier Leibundgut

welcher nach seinem Engagement bei der Zenith, Le Locle, den Weg in die berufliche Selbständigkeit suchte eine Manufaktur mit eigenen Kalibern anstrebte.

Pequignet in Morteau

Blick von außen in die Ateliers von Pequignet

2011 erzählte mir Didier bei einem Besuch in Morteau: „In den 1960-er Jahren existierten hier in Morteau mehr als 200 wie auch immer gearteten Uhrenfirmen mit bis zu 300 Mitarbeitern. Leider haben sich die Zeiten dann geändert. Vom einstigen Ruhm war nach dem Niedergang von Lip in Besançon nicht sehr viel übrig geblieben.“ Er deutete mir auch gewisse Probleme bei der Finanzierung seiner Projekte an. Die manifestierten sich schon Anfang 2012. Entwicklung und Fertigung des exklusiven „Calibre Royal” überforderten anscheinend die Familie Leibundgut und die Finanzierungsbereitschaft der beteiligten Bank.

Als Weißer Ritter entpuppte sich schließlich der Uhrenliebhaber Philippe Spruch, welcher sich nach dem Verkauf des von ihm mit gegründeten Festplattenherstellers LaCie an den Mitbewerber Seagate anfangs mit fünfzig und danach noch höher an Pequignet beteiligte.

Philippe Spruch

Die veränderten Eigentumsverhältnisse brachten zugleich auch einen neuen CEO. Der heißt Laurent Katz und leitete einst LaCie.

Laurent Katz

Exklusive Manufaktur-Mechanik gibt es, wie sich hier einmal mehr zeigt, schlichtweg nicht zum Nulltarif. Die Entwicklung und Fertigung eines Automatikwerks, welches sichtbar vom Üblichen abweicht, verlangt nach einem siebenstelligen Euro-Investment.

Mit Ludovic Perez und Huy Van Tranh

Huy Van Tran Pequignets Leiter Forschung & Entwicklung

hatte sich Pequignet zwei mit allen Wassern gewaschene Ingenieure an Bord geholt. In Gestalt des „Calibre Royale“, des “königlichen Kalibers”, kreierten sie ein „Basiskaliber“ mit großem Potenzial für künftige Aufbauten und Erweiterungen.

Peguignet Calibre Royale

Bereits die „einfache“ Version hat es durchaus in sich. Die Ausstattung mit kleiner Sekunde und Gangreserveindikation bietet viel fürs Geld.

Pequignet Rue Royale mit kleiner Sekunde und Gangreserveanzeige, 3.800 Euro

Ein großes Federhaus steht für stattliche 100 Stunden kalkulierter und deren 88 garantierter Gangautonomie.

Detail großes Federhaus

Will heißen, das Oeuvre tickt auch nach einem langen Wochenende ohne Zeitmesser am Handgelenk noch munter vor sich hin. Von Ermüdung keine Spur. Den Aufzug besorgt ein Kugellagerrotor. Dank ausgeklügeltem Wechselgetriebe erledigt er seinen energiespendenden Job in beiden Drehrichtungen.

Kugellagerrotor und Wechselgetriebe des Calibre Royal

Detail Gangreserveanzeige des Calibre Royale

Bemerkenswert ist auch die relativ große Glucydur-Unruh. Der Blick durch die Uhrmacherlupe zeigt kleine Schrauben zur Veränderung der Masseträgheit. Das dient dem Isochronismus, also einer Unabhängigkeit der Schwingungsdauer von der Unruh-Amplitude, weil der störende Rückermechanismus entfällt. Die Konstruktion mit nur einem großen Federhaus und die beachtliche Gangautonomie verlangen allerdings nach vergleichsweise geruhsamen 21.600 Halbschwingungen in der Stunde. Eine langgestreckte Unruhbrücke gewährleistet Stabilität.

Unruh mit variablem Trägheitsmoment und frei schwingender Spirale

Besonders stolz ist Pequignet auf die keineswegs alltägliche springende Ausführung des Großdatums. Bei der markanten Mondphasenanzeige im Modell Rue Royal hat Pequinet ebenfalls nicht gespart. Es handelt sich um eine von hoher Präzision. Eine simple Scheibe mit 59 Zähnen und zwei aufgedruckten Monden war den Entwicklern schlichtweg zu primitiv.

Unterzifferblattansicht des Calibre Royale von Pequinet

Diese Feststellung gilt auch für den Sachverhalt, dass alle Zusatzfunktionen direkt ins Uhrwerk integriert wurden. Die kostengünstigere Sandwich-Bauweise war mit schon mit Didier Leibundgut und erst recht mit seinen Nachfolgern einfach nicht zu machen.

Die Rue Royale mit Vollkalendarium und Mondphasenanzeige offeriert Pequignet in Stahl für 7.000 Euro:

und zwar nicht, wie vermutet, durch den Kauf von Raymond Weil, sondern vorerst nur durch den Erwerb der Uhrenmarke Rotary.

Soeben erreicht mich die Nachricht, dass Jean-Frédéric Dufour, der blslang Zenith leitete, bei Rolex neuer CEO wird. Näheren war auf die Schnelle nicht zu erfahren. So bald ich weitere Informationen bekomme, werden sie hier unverzüglich zu lesen sein. 

Zu diesem gigantischen Karrieresprung gratuliere ich dir sehr herzlich, lieber Jean-Fred!.image

Factsheet zum Manufakturkaliber Armin Strom ARM09-S in der “One Week Skeleton Collection”:

Funktionen:

Stunde, Minute, kleine Sekunde, Gangreserveanzeige

Aufzug:

Handaufzug mit zifferblattseitig drehenden Kronrädern

Antrieb:

Doppelfederhaus

Platinen und Brücken:

Platine, Räderwerks-und Federhausbrücken vollständig skelettiert und mit klassischen Handgravuren verziert

Hemmung:

Ankerrad und Anker aus Massivgold mit gehärteten Funktionsflächen

Reguliersystem:

Schraubenunruh mit Breguet-Spirale

Frequenz:

2,5 Hz

Anzahl Rubine:

34 

Anzahl Komponenten:

146

Durchmesser:

36.60 mm

Höhe:

6.20 mm

Gangautonomie:

sieben Tage

Auf dem manuellen Durchbrechen und Dekorieren von Uhrwerk begründete Altmeister Armin Strom sein Renommee. Unter der Ägide seiner unternehmerischen Nachfolger stammen nun erstmals die Uhrwerke der „One Week Skeleton Collection“ komplett aus eigener Fabrikation. Deren Räderwerk präsentiert sich mit größtmöglicher Offenheit. Damit auch ja nichts im Verborgenen bleibt, befinden sich die Indexe für Stunden und Minuten auf einem transparenten Saphirglasring. Zum Skelettieren der aus 146 Komponenten zusammengefügten Basiswerke vom Kaliber ARM09-S verwendet die Familien-Manufaktur natürlich auch Hightech-Werkzeuge. Die Dekoration selbst ist weiterhin handwerklich geprägt. Zwei Federhäuser gewährleisten eine Gangautonomie sieben Tagen. Die Unruh vollzieht jede Stunde gemächliche, an gute alte Zeiten erinnernde 18.000 Halbschwingungen. Die filigrane Mechanik schützen Gehäuse wahlweise aus Gelb-, Rosé-, oder Weißgold. Bis fünf bar Druck kann ihr Wasser nichts anhaben. Die rotgoldene Version verlangt ein Investment in Höhe von 43.200 Euro.

Dieses Video zeigt, wie das ewige Kalendarium von A. Lange & Söhne am 28. Februar auf den 1. März weiterschaltet, aufgenommen in der Münchner Lange-Boutique 

Die Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne und das Haus Wempe eint, wie Lange-Geschäftsführer Wilhelm Schmid

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A. Lange & Söhne GF Wilhelm Schmid

und Kim-Eva Wempe

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v.l.n.r.:

Bernhard Stoll, bei Wempe zur das gesamte Uhrenbusiness verantwortlich

Kim-Eva Wempe, persönlich haftende Gesellschafterin von Wempe

Uwe Beckmann, Geschäftsführer des Wempe-Geschäfts in Berlin Friedrichstraße und bei Wempe für die Markenboutiquen zuständig

am gestrigen 10. April 2014 anlässlich der offiziellen Eröffnung der Münchner Markenboutique unisono betonten nicht nur die aktuelle Liebe zu feinen, hochwertigen Uhren, sondern auch eine chronometrische Vergangenheit, welche ihren Anfang weit vor dem Fall der Mauer hat.

Schon bevor 1945 ein wenig rühmliches Kapitel deutscher Geschichte die Aktivitäten der vornehmsten deutschen Uhrenmanufaktur zum Erliegen brachte, gehörte die Familie Wempe zu den engen Partnern. In ihren Geschäften konnte Mann die feinen Zeitmesser von A. Lange & Söhne selbstverständlich erwerben. Größtenteils Taschen-, aber auch schon einige Armbanduhren.

Eine besonders enge Kooperation brachte der Zweite Weltkrieg mit sich. 1939 raubten die die Ministerien für  Kriegsmarine und Luftfahrt den Wempe Chronometerwerken ihre unternehmerische Selbstbestimmung, weil deren Produktion erhebliche militärische Bedeutung besaß. Durch den rapide steigenden Bedarf an Präzisionsinstrumenten für Kriegsschiffe und U-Boote und ständig steigende Bestellungen drängten die quasi neuen Herren im Haus zur Ausweitung der Chronometer-Produktion. Den exorbitanten Anforderungen konnten die Wempe Chronometerwerke ohne Gefährdung der Qualität unmöglich nachkommen. Die zusätzliche Forderung nach rascher Konstruktion eines gleichermaßen präzisen wie kostengünstigen Chronometers führte schließlich zur engen Kooperation zwischen den Wempe Chronometerwerken und A. Lange & Söhne in Glashütte. Zu diesem Zeitpunkt besaßen die Wempe Chronometerwerke bereits das Patent für ein neu entwickeltes 3-Pfeiler-Kaliber. Daher glich Lange seine Werke denen von Wempe an, was ab 1942 zum so genannten „Einheitschronometer“ führte, welches beide Firmen in kontinuierlichem Knowhow- und Ressourcen-Transfer produzierten.

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Wempe Einheits-Marinechronometer von 1938

Darüber hinaus erhielten die Wempe Chronometerwerke eine Lizenz, Glashütter Rohwerke vom Kaliber Lange 48.1 zu remontieren und damit große Fliegerarmbanduhren herzustellen.

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Beobachtungsarmbanduhr mit dem Kaliber Lange 48.1

Mit Ende des Krieges herrschte mehr als vierzig Jahre Ruhe. A. Lange & Söhne hatte zwangsweise aufgehört zu existieren, während Wempe durch die Eröffnung neuer Geschäfte zu bemerkenswerten Höhenfügen ansetzte.

Irgendwann im Winter 1989 läutete das Telefon bei Walter Lange, der immer wieder von einer Renaissance des Familienunternehmens geträumt hatte. Am Hörer war Günter Blümlein, der IWC und Jaeger-LeCoultre nach der Quarz-Revolution nicht nur vor dem Untergang bewahrt, sondern zu neuer Blüte geführt hatte. Mit Blick auf die mögliche Wiedervereinigung sah der deutsche Ingenieur und Delegierten des Verwaltungsrats beider Marken beste Chancen, jene Manufaktur wiederzubeleben, welche hundert Jahre lang vorzügliche Taschenuhren hergestellt hatte. Im Konsens mit dem gelernten Uhrmacher Albert Keck, seines Zeichens Aufsichtsratschef des Tachometerfabrikanten VDO, unter dessen Dach sich IWC und Jaeger-LeCoultre damals befanden, erfolgte die Einladung zu einem Round-Table-Gespräch. Am 29. November 1990 unterzeichneten der Ur-Enkel des Ferdinand A. Lange und das VDO-Management den zukunftsweisenden Vertrag zur Gründung jener Lange Uhren GmbH, welche aus Glashütte wieder das machen sollte, was es zu Zeiten vor der Deutschen Demokratischen Republik gewesen war: ein anerkanntes Mekka feinster Präzisionsuhrmacherei.

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v.l.n.r.: Günter Blümlein, Walter Lange und Hartmut Knothe im Jahr 1994 vor dem Adolf Lange-Denkmal in Glashütte

Mit der ikonographischen Armbanduhr Lange 1, den Linien Arkade und Saxonia sowie dem in seiner Art absolut einmaligen Tourbillon „Pour Le Mérite“ gelang dem aus Ruinen auferstandene Unternehmen 1994 ein viel beachteter Neustart. Keine Frage, dass Hellmut Wempe und seine Tochter Kim-Eva von Anbeginn dabei sein wollten und die neuen Uhren für ihre deutschen und ausländischen Geschäfte bestellten.

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Kim-Eva und Vater Hellmut Wempe

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Glashütter Nobelmanufaktur und der größte deutsche Juwelier rasch zusammenfanden, als es um die Eröffnung eines A. Lange & Söhne Salons in bester Münchner Innenstadtlage unweit der Oper ging. Das „soft opening“ fand bereits Ende 2013 statt. Nun also ging die offizielle Eröffnung im kleinen aber umso feineren Geschäft an der Münchner Perusastraße Hausnummer 3-4 über die Bühne.

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Lange-Boutique, Perusastr. 3-4 in München

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Sowohl außen wie auch innen gibt es in den Vitrinen eine Auswahl an Lange-Uhren zu sehen, welche selbst die beiden Münchner Wempe-Geschäfte in der Maximilianstraße und der Weinstraße nicht offerieren können.

Dazu gehören beispielsweise

 -        die (bereits verkaufte) Lange 1 Tourbillon ewiger Kalender Handwerkskunst mit aufwändig dekoriertem Zifferblatt:

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-        die Lange Zeitwerk Striking Time, welche zur vollen und viertel Stunde ein akustisches Signal abgibt:

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-        doppelseitige Richard Lange ewiger Kalender TerraLuna mit orbitaler Mondphasenanzeige, ewigem Kalendarium, Großdatum, 14 Tage Gangautonomie und Nachspannwerk:

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Darüber hinaus bieten der Uhr-erfahrene Geschäftsführer Tobias Christ 

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Boutique-GF Tobias Christ

und sein Team natürlich kompetente Beratung rund um A. Lange & Söhne und die ausschließlich tickenden Produkte Made in Glashütte.

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ewiges Kalendarium mit Großdatum von A. Lange & Söhne

Alle freuen sich aufs Fachsimplen mit Menschen, denen deutsche Uhrmacherkunst auf höchstem Niveau eine Herzensangelegenheit und die Zeit ein zu kostbares Gut ist, um sie mit einer mittelmäßigen Uhr zu messen.

Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 begann es sich im Osten Deutschlands überall mächtig zu regen. Aufbruchsstimmung beseelte auch das abgeschiedene Städtchen Glashütte. Einer der Ersten, die sich aus dem Westen ins im so genannten „Tal der Ahnungslosen“ begaben, war der Düsseldorfer EDV-Spezialist Roland Schwertner.

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Roland Schwertner

Im Januar 1991 belebte er den Namen der ehemaligen Piratenmarke „Nomos Glashütte SA.“ wieder. Die Geburt des Namens geht zurück auf das Jahr 1906, Clemens Guido Müller und seinen Schwager Karl Nierbauer. Deren Geschäftsprinzip basierte auf dem Import Schweizer Uhren und deren Vertrieb mit der imageträchtigen Zusatz-Signatur „Glashütte“. Das wiederum ließ sich A. Lange & Söhne nicht gefallen. Eine Klage endete 1910 mit einem Vergleich: Nomos durfte seinen Lagerbestand noch verkaufen. Danach hatte jeglicher Hinweis auf Glashütte zu unterbleiben, was das Aus bedeutete. Mit Problemen ähnlicher Art musste sich anfangs auch Roland Schwertner herumschlagen, der, wie er sagte, nichts von Uhren verstand, den aber die Geschichte von dieser Ur-Firma Nomos faszinierte. Der Versuch, es den einstigen Namensgebern gleich zu tun, also Schweizer Werke in Glashütte zu finissieren, einzuschalen und unter Signatur Nomos Glashütte SA zu verkaufen, zog ein heftiges Abwehrfeuer der großen Nachbarn nach sich. Der Mitbewerb bemühte die Gerichte und setzte ein Veräußerungsverbot durch, das Nomos Glashütte an den Rand des Ruins trieb. Doch am Ende siegte Schwertner, weil er umrüstete, Eigenfertigung aufbaute – und nachweisen konnte, dass mehr als 50 Prozent seiner Wertschöpfung in Glashütte erfolgt.

Für das von der Grafikdesignerin Suzy Günther

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Suzy Günther

gestaltete Debütmodell „Tangente“

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Nomos Tangente

brauchte Schwertner natürlich ein tickendes Innenleben. Nachdem im Müglitztal Passendes nicht zu bekommen war, begab sich
der ambitionierte Nomos-Inhaber auf Einkaufsreise in die Uhr-Schweiz. Fündig wurde er beim Rohwerkegiganten Eta, welcher 1985 in den Besitz des 1971 lancierten und vorübergehend eingestellten Peseux-Kalibers 7001 gelangt war. Zu diesem Zeitpunkt standen die Zähler für das 10½-linige Uhrwerk (Durchmesser 23,3 mm) mit ca. 44 Stunden Gangautonomie bereits bei mehr als 2,2 Millionen Exemplaren. Das sprach zwar nicht für Exklusivität, dafür jedoch für Zuverlässigkeit. Mit gerade einmal 2,5 Millimetern Bauhöhe hielt es den Flachheits-Rekord im damaligen Mechanikspektrum der Eta. Dank kleiner Sekunde bei der „6” gewährleistete das 17-steinige, mit drei Hertz vergleichsweise langsam oszillierende Uhrwerk der Bauart „Savonnette” den für Retro-Modelle beinahe unverzichtbaren Nostalgie-Touch. Schwertner zeigte sich überzeugt und griff Anfang der neunziger Jahre zu.

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Nomos Peseux 7001

Weil er sich mit dem auf Dauer jedoch nicht begnügen mochte, erhielt die aufgewertete Nomos-Version des 7001 unter der Bezeichnung 1 T beispielsweise matt vergoldete Platine, Brücken und Kloben. Die Schrauben drehte Nomos aus unvernickeltem Stahl. Anschließend wurden sie angliert, auf einer Zinnplatte planpoliert und teilweise blau angelassen. Weitere Merkmale waren ein Sonnenschliff auf Sperr- und Kronrad, eine „Triovis”-Feinregulierung und eine spezielle Zugfeder.

Die neuen Kaliber-Bezeichnungen musste sich Nomos übrigens auf Wunsch der Eta ausdenken, denn bereits durch besagte Modifikationen hatten sich die Werke über die Maßen weit vom Original entfernt, 

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Kaliber Nomos 1 T mit Triovis Feinregulierung

Die Version 1 TS, zusammengefügt aus 99 Komponenten, verfügte über eine Stoppvorrichtung für die Unruh und damit auch den Sekundenzeiger.

Weitere Evolutionsstufen folgten nach und nach, und zwar

2001: 1 TSD mit digitalem Fensterdatum auf separater Kadratur

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Kaliber Nomos 1 TSD mit Fensterdatum

2003: 1 TSP mit Glashütter Dreiviertelplatine, hergestellt in zwei Varianten. Befestigung des Kronrads mit einer zentralen oder -wie beim alten 7001- aber zwei Schrauben

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Nomos Kaliber TSP, mit einer Schraube zur Befestigung des Kronrads

1 TSDP bezeichnete das Kaliber TSP mit Fensterdatum

1 TSPG das Kaliber TSP mit Gangreserveanzeige und

1 TSDPG das Kaliber TSP mit Fensterdatum und Gangreserveanzeige

 2004 brachte Nomos das Kaliber „1 TS Super 30“, welches neben einer individuellen Nummer erstmals den griechischen Buchstaben α (Alpha) auf der nun von Nomos selbst gefertigten Platine trug.

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Nomos Kaliber TS Super 30 - es trug erstmals das α (Alpha).

Ab 2005 gab es bei Nomos dann die richtige, nämlich bezogen auf das gesamte Gestell einschließlich der Glashütter Dreiviertelplatine in eigenen Werkstätten produzierte Version des α (Alpha).

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Nomos α (Alpha).Rück- und Vorderseite

Im Zuge der Umstellung auf vertiefte Manufaktur mutierten

 -        das 1 TSDP zu β (Beta)

-        das 1 TSPG zu γ (Gamma) und

-        das 1 TSDPG = δ (Delta)

 Von da an kletterte der Anteil an Fertigungstiefe an diesem Uhrwerk weiter. Beispielsweise produzierte Nomos nun auch Zahnräder selbst.

 2014 beginnt bei Nomos eine gänzlich neue Ära. In dem während der Baselworld gezeigten Kaliber DUW 4401 (Deutsche Uhren Werke 4401) findet sich erstmals ein Nomos-eigenes Assortiment. Hinter diesem französischen Wort verbirgt sich das Schwing- und Hemmungssystem bestehend aus Ankerrad, Anker, Unruh und Unruhspirale.

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Kaliber Nomos DUW 4401 mit eigenem “Swing”-System

Im Gespräch mit Uwe Ahrendt

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wollte ich am Messestand natürlich näheres zur alles entscheidenden Unruhspirale wissen. Insbesondere interessiert die Herkunft des Rohmaterials. Bei den feinen Bändern kooperiert Nomos mit dem einschlägig erfahrenen Spezialisten Carl Haas, der die Geheimnisse um den Werkstoff Nivarox wegen der Partnerschaft mit Straumann seit Anbeginn kennt.

Die Weiterverarbeitung zu Fertigspiralen erfolgt, wie der CEO und Nomos-Anteilseigner betont, im eigenen Haus. „Mit diesem Schritt wollen wir uns aus der Abhängigkeit von Lieferungen aus der Schweiz befreien, denn unser Kontingent ist eingefroren auf den Stand des Jahres 2010. Und dieser Zustand würde unser Wachstum deutlich beeinträchtigen.“ Will heißen: Nomos verfügt über die nötige Maschinerie zum Wickeln und Klassieren von Unruhspiralen und dem Matchen mit passenden Unruhn.

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Rückseite des Kaliber DUW 4401 von Nomos

Blaue Nivarox-Spiralen, eine Haas-Spezialität, hat es bei Nomos in der Erprobungsphase vor 2014 aus gutem Grund nicht gegeben. Den Übergang vom Status quo ante ins neue Spiralen-Zeitalten mussten die Glashütter aus gut nachvollziehbaren Gründen Schritt für Schritt vollziehen. Somit konnte man wegen der durchgängig silberfarbenen Spiralen selbst beim Blick durch die Lupe nicht erkennen, aus welcher Charge das Produkt stammte. Mit Einführung der „Metro“-Linie ändert sich dieser Zustand gründlich. Fortan sind nicht nur die Nomos-Spiralen aus Nivarox eindeutig an ihrem Kornblumenblau zu erkennen, sondern die Farbe weist auch darauf hin, dass in dieser Uhr bereits das eigene Assortiment oder auf Nomos-deutsch das „Swing“-System tickt. 

 Das ganze Unternehmen hat sich Nomos, wie Uwe Ahrendt nicht ohne Stolz berichtet, einiges kosten lassen. Das Investment in eigene Assortiments belief sich auf mehr als elf Millionen Euro. „Als Partner haben wir uns die Technische Universität Dresden ins Boot geholt. Sieben lange Jahre hat es gedauert, bis das Thema Reglage mathematisch erfasst war und wir mit einer Serienproduktion beginnen konnten.“

Angesprochen auf die Fertigungstiefe nennt Uwe Ahrendt bei den tragenden Komponenten (Platinen, Brücken und Kloben) 100 Prozent. „Bei den Drehteilen erreichen wir teilweise 100 Prozent, aber teils arbeiten wir weiterhin auch mit bewährten Lieferanten zusammen. Alles in allem liegen wir inzwischen aber über der für uns wichtigen Schallmauer von 90 Prozent.“

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Die neue Metro von Nomos, mit Hilfe des kleinen Stifts in der Bandschlaufe lässt sich das Armband leicht wechseln

Das neue Handaufzugskaliber 4401 mit eigenem „Swing“-System, Fensterdatum und Gangreserveanzeige, ehemals δ (Delta), tickt in der „Metro Datum Gangreserve“ ohne manuellen Energienachschub 42 Stunden lang. Deren Stahlgehäuse misst moderate 37 Millimeter. Die Bauhöhe des Ganzen liegt bei 7,65 Millimetern. Und dem Druck von Wasser widersteht das Oeuvre mit Bandanstößen wie in lange zurückliegenden Zeiten bis drei bar.

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Wer mit dieser auf den ersten Blick gar nicht typischen Nomos Metro reisen möchte, muss sich natürlich auch eine Fahrkarte kaufen. Die ist mit 2.600 Euro wohlfeil.

Zu den Konsequenzen der bitteren Niederlage brachte das Ende des Ersten Weltkriegs auch die Erkenntnis, dass sich die deutsche Uhrenindustrie stärker aus der Abhängigkeit von eidgenössischen Zulieferungen befreien müsse. Außerdem sollten preisgünstige Glashütter Produkte breitere Bevölkerungsschicht ansprechen. So kam es am 9. November 1918 zur Gründung der „Deutschen‑Präzisions‑Uhren‑Fabrik Glashütte eGmbH”. Allerdings konnte die „Präzision” trotz fortschrittlicher Fertigungsmethoden und hochwertiger Produkte nicht richtig Fuß fassen. Inflation, Kaufzurückhaltung und Überschuldung führten 1925 zum Zusammenbruch. Aus der Konkursmasse gründete die Girozentrale Sachsen als Hauptgläubigerin ein Firmenkonglomerat,  zu dem auch die  „UROFA‑Uhren‑Rohwerke‑Fabrikation Glashütte AG” sowie die „UFAG ‑ Uhrenfabrik Glashütte AG” gehörten. Erstere sollte sich, wie der Name bereits sagt, um die Rohwerkeproduktion kümmern. Letzterer kam die Aufgabe zu, damit fertige Armbanduhren herzustellen und u.a. unter der Signatur „Tutima Glashütte.” zu vermarkten. Der zugkräftige Name Tutima kam nicht von ungefähr. Er leitet sich ab vom lateinischen Adjektiv „tutus”. Und das wiederum steht für „sicher, geschützt”.

Unter Leitung des Juristen Dr. Ernst Kurtz

und einiger kompetenter Mitstreiter

erfolgte die konsequente Entwicklung und Produktion eigener Armbanduhr ‑ Rohwerke. Diese sollten weitgehende Unabhängigkeit von eidgenössischen Lieferungen herbeiführen. Mangelndes Knowhow kompensierten Kauf und Transfer einer kleinen Schweizer Uhrenfabrik nach Sachsen. Allmählich entstanden brauchbare Kaliber, welche sich mit der eidgenössischen Konkurrenz durchaus messen konnten. Spitzenerzeugnis war ein eigener Flieger-Chronograph mit dem begehrten Kaliber 59:

Tutima Flieger-Chronograph von 1941

mit dem Handaufzugskaliber 59:

Am 7. Mai 1945, einen Tag vor dem schlimmen Bombardement, hatte Dr. Kurtz die Ortschaft Glashütte mit allem Hab und Gut verlassen. Noch im gleichen Jahr gründete er in Unterfranken einen neuen Betrieb, die Uhrenfabrik Kurtz. 1946 richtete er in Schwäbisch Gmünd zusätzlich eine Fertigungsstätte für Rohwerke ein.

Gemeinsam mit ehemaligen Glashütter Kollegen knüpfte er konsequent an vergangene Zeiten. Die Zifferblattaufschrift „Dr. Kurtz Glashütter Tradition” kündete unmissverständlich vom hohen Anspruch, überlieferte uhrmacherische Werte zu bewahren. Das 1949 vorgestellte Zentralsekunden‑Kaliber Kurtz 25 zeichnete sich durch chatonierte Lagersteine und eine Breguetspirale aus, war jedoch zu teuer. . 1953, Dr. Kurtz hatte bereits seit zwei Jahre zuvor seine Aktivitäten im niedersächsischen Ganderkesee zusammengefasst, endete seine Fertigung. 1956 erlangte das kleine 570 seine Serienreife. Dem Entrepreneur brachte es indessen nur noch wenig. Seine finanziellen Ressourcen waren erschöpft. So übernahm ein früherer Mitarbeiter aus Glashütte den Betrieb. Er führte ihn als NUROFA fort, wobei das “N” auf den Standort Norddeutschland hinwies. Weil das DDR‑Regime am traditionsreichen Namen Tutima kein nachhaltiges Interesse zeigte, feierte er in Niedersachsen ein glorreiches Comeback. In den Jahren 1958/59 fertigte die NUROFA knapp 70.00 Rohwerke des Kalibers N 570. Mitte 1959 investierte Dr. Kurtz zusammen mit einem Partner nochmals in die Ganderkeseer Rohwerkefertigung. Die UROFA lebte ein Jahr lang wieder auf. 1960 stand die Produktion eigener Rohwerke 1960 vor dem Aus.

Das Überleben des Namens Tutima ist Dieter Delecate, einem früheren Mitarbeiter des Dr. Kurtz verdanken, der sich 1957, nach dem ersten Zusammenbruch, mit einem Uhrengroßhandel selbständig gemacht hatte. Am 7. April 1970 erlangte er den Markenschutz für „Tutima”. Und daraus resultierte die „Tutima Uhrenfabrik GmbH” mit Sitz in Ganderkesee. So fand ein wichtiger Teil der Glashütter Tradition eine neue Heimat, denn wie in guten alten Zeiten spezialisierte sich das Unternehmen auf Fliegeruhren und dort ganz besonders jene mit Chronograph. Die Produktion basierte auf Schweizer Uhrwerken von Lémania und natürlich der Eta.

Retro-Flieger-Chronograph von Tutima, Automatikkaliber Eta 7750

Die Rückkehr zur Glashütter Tradition verknüpft sich mit dem Erwerb eines alten Gebäudes in der sächsischen Kleinstadt, der aufwändigen Renovierung und der Ausstattung mit einem modernen Maschinenpark.

Das Tutima-Gebäude in Glashütte

Foyer bei Tutima

und die Werkstätten:

Dort entwickelte Tutima mit dem T800 bis 2011 das erste deutsche Armbanduhrkaliber mit Minutenrepetition:

Das Kaliber T800, oben Rückseite, unten zifferblattseitig

verbaut im Modell Hommage.

Tutima Hommage mit Minutenrepetition

Die 31 Millimeter großen Handaufzugskaliber T617 

Handaufzugskaliber Tutiman T617

und T619 (letzteres mit Zeitzonen-Dispositiv), abgespeckte Derivate des T800, finden sich in goldenen Armbanduhren der Linie „Patria“.

Tutima Patria

2013 begann bei Tutima Glashütte/Sa. mit der „Saxon One“ auch eine neue chronographische Zeitrechnung.

Tutima Saxon One Generation 2013

Anlässlich der Baselworld 2014 zeigte mir Dieter Delecate am Tutima-Stand

eine erste Evolutionsstufe des 44 mm großen Stahl-Chronographen. Als tickende Basis des T521 mit Fensterdatum dient das Automatikkaliber Eta 7750. Ein Zusatzmodul Made in Glashütte bringt als Zusatznutzen einen zentralen und damit bestens ablesbaren 60-Minuten-Totalisator sowie einen zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger bei der „12“. Geblieben ist der 12-Stunden-Totalisator gegenüber bei „6“. Auf diese Weise mutiert das Ganze hinsichtlich der Funktionen und Indikationen zum guten alten Lémania 5100, welches sich beispielsweise im Tutima „Military“ Chronographen findet.

Das Stahlgehäuse des zeitschreibenden Saxon-Bolide trägt am Handgelenk mit 15,5 Millimetern auf. Der Durchmesser liegt bei 43 Millimetern. Abtauchen kann Mann damit bis 200 Metern. Bei der farblichen Gestaltung der Zeiger haben die designer konsequent gehandelt. Die drei für die Chrono-Funktion zuständigen heben sich deutlich von den Zeit-Zeigern ab.   

Die Preise für die „Saxon One“ Chronographen bewegen sich zwischen 4.6000 Euro für die Modelle mit Leder- und 4.900 Euro für jene mit Metallband.